Eine stürmische Nacht

RP-Forum - Was man sich in den Landen erzählt.
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Lynn Feran
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Registriert: 7. Jan 2004, 15:42

Eine stürmische Nacht

Beitrag von Lynn Feran »

Stürmisch war die Nacht, stürmisch und kalt. Der Regen peitschte nur so durch die Luft und der eisige Wind schnitt unbarmherzig alle Wärme dieser Welt von sich. Die Wellen der See türmten sich zu Giganten auf und das eiskalte Wasser lies einen jeden erfrösteln, der etwas davon ins Gesicht gepeitscht kriegte. Unter diesem Wetter trieb ein Boot auf dem Meere, hilflos den Wellen ausgeliefert. Immer mehr schwenkte es umher, immer mehr drohte es zu kentern. Die einzige Insassin des kleinen Bootes krallte sich krampfhaft am Schiffsmast fest, an ihren Körper eine kleine Gestalt gedrückt. Angst. Mehr mochte man in diesen Momenten nicht verspüren, Angst und Ungewissheit. Die nächste Welle traf das Boot und wieder schaukelte es stark, würde dieses Unwetter denn niemals enden? Nur Sekunden später, eine nächste Welle und die Frau wurde auf den hölzernen Boden des nassen Decks geschleudert, Schmerzen durchzuckten ihren Körper, der bereits halb taub war von der Kälte.
Das kleine Kind jammerte laut auf, als es mit zu Boden gerissen wurde. Bitte, wieso konnte dieser grausame Sturm nicht endlich enden, hatte sich das Schicksal nun ganz gegen sie geschworen? Sie sah hinab auf das junge Mädchen, zittrig lag es da, eingehüllt in eine dicke Robe. Aber als sie in das kindliche Gesicht sah, blickte sie in gerötete Augen und sah auf die zitternden, blauen Lippen. Das Haar klebte ihr auf der Stirn, der aufgeweichte und nasse Stoff der Robe heftete an ihrer Haut, das alles hätte nie so sein sollen. Mühsam richtete sich die Frau auf, sah hinauf in den düsteren Himmel, erwartete sie ein Wunder? Erwartete sie, dass dieser Sturm nun vorbei sein würde, wenn sie in die Ferne blickte? Eine nächste Welle erwischte das Schiff und damit war es besiegelt; das Schiff kenterte, fast spielerisch wurde es von den gigantischen Wellen umgestoßen und neben sich hörte sie nur ein lautes Aufjammern und Schreien, danach folgte die eisige Kälte des Wassers.
Genauso folgte eine plötzliche Desorientierung und für einige Sekunden wusste sie nicht einmal mehr, wo oben und unten war, doch rief sie der Schrei des Mädchens wieder zurück in das hier und jetzt, sie musste ihr helfen. Sie konnte sie hilflos paddeln sehen, so schwach und alleine. Sie schwamm mit einigen kräftigen Zügen zu ihr, wie schwer ihr eigener Körper doch mit all den Kleidern war, sie brauchte fast zu lange um ihre Tochter zu erreichen, doch dann griff sie sie fest, hauchte ihr etwas zu und tauchte mit ihr zusammen unter, hinein in den möglichen, eisigen Tod. Sie hatte Mühe, große Mühe voran zu kommen ohne die kleine zu verlieren, doch irgendwie schaffte sie es, sie schaffte es aufzutauchen, sie waren unter dem Boot weg und trieben nun im Meer. Hastig blickte sie sich um, jede Bewegung schmerzte zwar, doch musste sie etwas finden, etwas woran sie sich festhalten konnte, ein Stück Holz des abgerissenen Bodens, es schwamm wie ein heiliges Symbol im Meer. Durchhalten. Mit ganzer Kraft schwamm sie zusammen mit der Kleinen im Arme und umklammerte das Brett fest. Sie fühlte nach ihren kleinen, zarten Händen und legte sie bestimmend um das Brett. „Nicht loslassen, hörst du? Nicht loslassen“. Sie festigte den griff des Kleinen Mädchens sorgfältig, sie schlief, oder war sie … nein, sie lebte, das wusste sie. Sie sah sich um, und nun spürte sie die Kälte immer mehr, spürte wie ihre Lippen zitterten und ihr Körper immer tauber wurde. War es etwa schon soweit? War die Zeit gekommen, zu ihr zu gehen, ins Reich der Unendlichkeit? Sie konnte den Gedanken vielleicht noch zu Ende bringen, ehe die Kraft ihren Körper ganz verlies, bis sie fühlte, dass sie hinab sank, in den eisigen Tod … wie gut das die Kleine schlief. Kälter, es wurde immer kälter und letztendlich war gar nichts mehr, außer einem wunderbaren Frieden, der für die Ewigkeit währen würde.
Lynn Feran
Beiträge: 3
Registriert: 7. Jan 2004, 15:42

Beitrag von Lynn Feran »

Sekunden, Minuten, Stunden, Tage? Wie lange es her war, dass spürte sie nicht, sie fühlte gar nichts mehr. Ihr Körper war kalt und Lynn hatte überall schmerzen. Das kleine Mädchen öffnete die Augen nicht, sie konnte nicht, es war zu anstrengend. Stattdessen lauschte sie hinaus, lauschte hinaus wo sie war. Das sanfte Geräusch der kleinen Wellen, welche an den Strand einschlugen und in der Ferne die eine oder andere Möwe, mehr nicht. Nicht die beruhigende Stimme ihrer Mutter, oder auch nur ihre Nähe zu fühlen. Wo war sie? Mühsam öffnete sie letztendlich doch die Augen, öffnete sie zu kleinen Schlitzen und blickte in den Himmel. Steh auf, steh auf du liegst am Boden. Der erste Gedanke der ihr kleines Köpfchen durchflog, doch tat ihr jede Bewegung weh, schmerzte so sehr, wie sie es noch nie gefühlt hatte. Ihren Augen schmerzte es sehr, als sie in das Licht der Sonne blickte und als sie ihren Blick suchend umherdrehte, dröhnte ihr Kopf lautstark. Wo war ihre Mutter? „Mama?“ drang es heiser und fast flüsternd durch ihre Lippen, doch wo blieb die Antwort? Sie kam nicht, sie kam einfach nicht und selbst nachdem sie ein zweites mal nach ihrer Mutter gerufen hatte, bekam die kleine 7- Jährige keine Antwort. Tränen suchten sich den Weg in ihre Augen, füllten diese und rannen sanft hinab über ihre Wange, bis einige auf ihrer trockenen Zunge endeten, sie schmeckten salzig.
Vielleicht war es der Umstand der Trauer oder einfach nur Angst, doch raffte Lynn al ihre Kraft zusammen und richtete sich auf, musste jedoch stark mit dem Gleichgewicht kämpfen um nicht wieder unsanft zu Boden zu geleiten. Ihre Mutter musste hier irgendwo in der Nähe sein, hier irgendwo, ganz sicher war sie nur einen Weg suchen gegangen. Sie lief humpelnd vorwärts und je mehr sie sich einredete, ihre Mutter jeden Moment wieder zu sehen, desto mehr tränen liefen ihr über das ganze Gesicht und immer schwerer wurden ihre Schritte. Sie war vielleicht ein paar Meter weiter gelaufen, als sie zusammenbrach. Ihre Mutter war nicht hier, sie war weg. Wo sie war und was aus ihr werden würde, diese Gedanken bleiben weit frn von ihr, gegenwärtig blieben die Trauer und die Angst und noch sehr lange lag sie regungslos da und schluchzte und weinte, ehe sie die Müdigkeit einholte, und ihre Augenlider immer schwerer wurden und sie einschlief, inmitten einer kleinen Lichtung.
Lynn Feran
Beiträge: 3
Registriert: 7. Jan 2004, 15:42

Beitrag von Lynn Feran »

Der Himmel war klar, klar und sternenbesetzt war diese Nacht. Der helle Vollmond schien hinab auf das Land, fast schon wie ein wachendes Auge, mochte man vielleicht denken wenn man ihn länger ansah. Die kleine Lichtung war erfüllt von einem leisen Rascheln, tippeln, den Geräuschen von Tieren die durch das nahe Gebüsch krochen. Und mit der Nacht war auch die Kälte gekommen, und sie legte sich wie eine unsichtbare über die Landschaft. Lynn spürte wie ihre Lippen zitterten und ihr ganzer Körper steif war, als das Erwachen langsam über sie hineinbrach. Ihre Augen öffneten sich zuckend und sie sah sich um. Nur schwer erkannte sie irgendetwas inmitten der Dunkelheit, zudem war ihr ganzes Blickfeld noch eher verschwommen. Als sie sich erhob, tat ihr alles weh aber es half nichts, sie musste aufstehen. Als sie endlich auf beiden Beinen stand, sah sie sich wieder um, wo war sie? Wieso war sie hier so alleine? Sie spürte bereits wieder, wie sie mit den tränen kämpfte, wie die ganze Hilflosigkeit und die Trauer wieder aufzukommen drohte, Panik kroch ihren Körper hinauf. Sie blinzelte mehrmals hastig und schon flossen die ersten Tränen über ihre Augen. Blindlings bewegte sie sich vorwärts, nur im Sinne nach ihrer Mutter zu suchen, sie musste hier doch irgendwo sein, sie konnte sie doch nicht allein gelassen oder gar vergessen haben?
Sie lief mehrere Stunden, immer wieder schluchzend und schniefend, immer tiefer drang sie in den Wald hinein, wollte dies denn nie ein Ende nehmen? Wo war ihre Mutter? Wieso war hier alles so fremd? Dem anfänglichen Eifer ihre Mutter doch noch zu finden wich nun immer mehr und langsam ersetzte etwas anderes dieses Gefühl; Panik. Lynn wusste nicht wo sie war, sie hatte keinerlei Ahnung wie sie aus diesem Wald kommen würde und zudem waren da überall diese Geräusche; Laute von Wesen die sie nicht kannte. Ihre Knie zitterten stark, und bereits nach wenigen weiteren Metern, sank sie auf jene. Ängstlich rollte sie sich am Boden zusammen, den Kopf fest an ihren Körper gepresst. Mach die Augen zu, mach einfach die Augen zu, dann geht alles weg…weg…und dann holte sie die Müdigkeit erneut ein.
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