Auszüge aus den Tagebucheinträgen von Jana Durin:
1. Eintrag
Sie sind alle fort. Das Schiff hat abgesetzt und ist auf den Weg nach Ashkantra. Ob es weise war diesen Schritt zu unternehmen? Siridia hatte es uns gezeigt und wir nahmen die Chance wahr. Trotz allem überkommen mich immer wieder die Zweifel, ob dort in diesem fremden Land etwas anderes von Statten kommt. Frei von den Fesseln der Verhüllung … Stolz und Ehre, das alles würde uns dort erwarten. Eine Welt in der wir nicht versteckt leben. Ob es am Ende wirklich so kommt? Ich weiß es nicht aber ich erhoffe es mir, doch muss ich mich auf das mir vorliegende konzentrieren. Meine Reise ist noch nicht beendet … doch bevor ich nach Fellucia aufbreche will ich zurückkehren, und nach ihr suchen. Ich könnte ihre Kraft in dieser schweren Zeit brauchen.
2. Eintrag
Ich bin nun eine lange Zeit gewandert und angekommen. Doch das Haus steht leer, sie ist weg. Ich muss mir eingestehen, dass mich das härter trifft als ich anfangs gedacht hatte, ich habe die nahe Umgebung abgesucht, doch es ist keinerlei Spur von Sena zu finden. Ich hatte mir ihre Begleitung sehr erhofft, sie ist die einzige Person in diesem Land, dem ich wirklich noch Vertrauen schenken kann, doch es hilft nichts. Ich werde wohl oder übel alleine aufbrechen, doch erst werde ich rasten. Mein Körper fühlt sich matt und schwer an, nach einem guten Mahl wird sich das hoffentlich ändern.
3. Eintrag
Der Schlaf und das gute Essen gestern haben mir wenig gebracht. Ich fühle mich immer noch ausgelaugt und mein Kopf schmerzt mir. Es kommt mir so vor als würde ich die Welt aus einem Schleier heraus betrachten. Gegen Mittag brach ich auf, ein ganzes Stück Fußweg liegt immer noch vor mir und die Nacht ist mittlerweile hereingebrochen. Mir ist kalt und mein Körper zittert erbärmlich, trotz der warmen Robe. Die Kälte kommt jedoch auch nicht von den Temperaturen hier, sie kommt von Innen. Ich habe erst nachgedacht weiterzureisen und Fellucia heute noch zu erreichen, aber es wäre nicht klug. Die Chance sich in den Wäldern zu verlaufen wäre zu groß. Ich werde mich hinlegen.
*ein kleiner Nachtrag*
Ich fühle mich so kraftlos, dass ich kaum in der Lage bin wirkliche Magie zu wirken, wie ich vorher feststellen durfte. Was auch immer mit mir los ist, es möge von mir fallen wenn ich Fellucia erreicht habe.
4. Eintrag
Gestern Nacht suchten mich Träume heim, Bilder von all dem ganzen Leid welches mir bereits vor die Augen kam. Bilder meiner Geschwister und meiner Freunde, verzerrte Bilder die Qualen ausstrahlten. Will Siridia mich nun quälen nachdem ich die Aufgabe vollbracht habe die sie mir stellte? Ich denke nicht, dass sie es ist die mir all dies schickte aber es ist seltsam. Gegen frühen Nachmittag erreichte ich endlich Fellucia. Der Anblick war immer noch wie beim ersten mal. Die verbrannten Häuser, die zerfetzten Mauern, all die Dinge die von dem Unglück damals zeugen. Doch trotz allem, hatte ich etwas zu erledigen. Als ich den noch vollkommen verschonten Ritualsplatz betrat, spürte ich es bereits, immer noch war die ganze pure Magie in ihm geballt. Es dauerte mehrere Stunden ehe ich den Ritualskreis endgültig schließen konnte, auf dass dieser Ort endlich seine Ruhe finden würde.
Es ist bereits spät und ich werde heute noch in Fellucia nächtigen.
5. Eintrag
Ich fühle mich elendig. Mein ganzer Körper ist schwer wie ein Stein, meine Beine sind müde und mein Kopf schmerzt mir stark. An die gestrige Nacht kann ich mich kaum erinnern. Ich weiß, dass ich gewimmert habe und weinend aufgewacht bin. Ich kam mir in diesen einen Moment so einsam vor, wie noch nie. Ich habe im Schlaf immer die Namen der anderen geflüstert … ich komme mir im Nachhinein lächerlich vor, aber es war mir so als würde es mir wenigstens etwas Trost spenden.
Ich habe mir viele Gedanken gemacht. Jetzt wo alles erledigt ist, kann ich mich aufmachen ihnen allen zu folgen. Dabei habe ich mich gestern das erste mal mit der Tatsache auseinandergesetzt, dass mir diese Aufgabe zuteil wurde. Vielleicht ist dies alles mehr als nur eine Aufgabe. Vielleicht ist dies die Weisung in eine neue Richtung. Aber egal was dies ist, ich werde in diesem neuen Land meine Geschwister beschützen, koste es was es wolle und sei der Preis noch so hoch.
8. Eintrag
Ich nähere mich der nächsten Hafenstadt. Ich habe seit Tagen nicht geschlafen. Ohne meinen Wanderstock könnte ich keinen Schritt mehr tätigen. Fühle mich leer und ausgelaugt. Wie es wohl den anderen geht?
Bin müde und muss schlafen. Ich will aber nicht schlafen, ich werde nur wieder von ihnen träumen und von den Bildern. *der Eintrag endet hier vorläufig*
Die letzte Aufgabe
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Jana Durin
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- Lysina Chezar
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Lysina steht achtern und schaut mit ernster Miene zurück aufs Festland.
Sie sieht Jana, aufgestützt auf ihrem Stab. Aus der Ferne meint man die Last, die auf ihren Schultern ruht förmlich zu erkennen.
Sie hatte nicht viele Worte darüber verloren, und ihre Gesten und Anweisungen waren eindeutig gewesen.
Sie mochte nicht darüber sprechen.
Lysina hat sich damit abgefunden, Jana ist alt genug zu wissen was sie tut.
Dennoch gärt in ihr Unruhe.
Irgendwas stimmt nicht.
Was auch immer Jana noch vorhat, warum könnten die Schwestern dies nicht gemeinsam erledigen?
Warum müssen wir vor ihr abreisen unbedingt?
Irgendwie riecht das nach Abschied für immer. Das perfekte Märtyrer-Szenario, oder nicht?
Das letzte Opfer...
Ein Opfer für die Gemeinschaft....
Aber ändern kann sie daran nichts. Jana würde sich wieder entziehen, so wie sie es damals schon getan hat.
Leicht seufzend schaut sie aus ihren Gedanken wieder auf zurück an die Küste.
Sie verblaßt zusehends im Nebel. Nur ein Schemen ist noch am Ufer zu erkennen.
"Wir sind bei dir Jana...wir alle...", murmelt sie leise.
Einen kurzen Augenblick lang steht sie noch da, schüttelt dann den Kopf, wie um sich von etwas zu befreien.
"Vielleicht ist es auch gar nichts weiter....."
Dann wendet sie sich ab um nach den Schwestern zu sehen.
Sie sieht Jana, aufgestützt auf ihrem Stab. Aus der Ferne meint man die Last, die auf ihren Schultern ruht förmlich zu erkennen.
Sie hatte nicht viele Worte darüber verloren, und ihre Gesten und Anweisungen waren eindeutig gewesen.
Sie mochte nicht darüber sprechen.
Lysina hat sich damit abgefunden, Jana ist alt genug zu wissen was sie tut.
Dennoch gärt in ihr Unruhe.
Irgendwas stimmt nicht.
Was auch immer Jana noch vorhat, warum könnten die Schwestern dies nicht gemeinsam erledigen?
Warum müssen wir vor ihr abreisen unbedingt?
Irgendwie riecht das nach Abschied für immer. Das perfekte Märtyrer-Szenario, oder nicht?
Das letzte Opfer...
Ein Opfer für die Gemeinschaft....
Aber ändern kann sie daran nichts. Jana würde sich wieder entziehen, so wie sie es damals schon getan hat.
Leicht seufzend schaut sie aus ihren Gedanken wieder auf zurück an die Küste.
Sie verblaßt zusehends im Nebel. Nur ein Schemen ist noch am Ufer zu erkennen.
"Wir sind bei dir Jana...wir alle...", murmelt sie leise.
Einen kurzen Augenblick lang steht sie noch da, schüttelt dann den Kopf, wie um sich von etwas zu befreien.
"Vielleicht ist es auch gar nichts weiter....."
Dann wendet sie sich ab um nach den Schwestern zu sehen.
They wait for me back home
They live with eyes turned away
They were the first ones to see
They are the last ones to bleed
They live with eyes turned away
They were the first ones to see
They are the last ones to bleed
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Jana Durin
- Beiträge: 31
- Registriert: 6. Jan 2004, 16:14
Die Nacht war hart gewesen und der erholsame Schlaf war gekommen. Zu Janas eigener Freude blieben diese Nacht die Träume aus und seit Tagen war es ihr das erste mal möglich sich auszuschlafen. Doch die Schwere in ihrem Körper wich nicht vollends. Immer noch fühlte sie sich matt. Sie war früh am Morgen am Hafen gewesen und hatte sich nach dem erstbesten Schiff erkundet, dass nach Ashkantra übersetzen würde. Zu ihrer eigenen Frustration würde sie dieses erst in gut vierzehn Tagen besteigen, eine Tatsache die sie nicht gerade fröhlich stimmte. So würde es also doch alles anders werden als erhofft. Jana hatte sich bereits darauf gefreut wieder mit ihnen vereint zu sein und mit ihnen gemeinsam die ersten Schritte auf dieser neuen Welt zu tun, doch das war für das erste nicht möglich.
Von all diesen Punkten abgesehen gab es noch einen anderen Punkt, der ihr missfiel; der Stand der Hexerei in diesem Land. Die letzten Tage hatte es sich im Lande verbreitet, die Kunde der Hexen die sich bekannten. Es war nicht still und heimlich verlaufen wie sie es sich von allen gewünscht hatte und diejenigen, die sie früher jagten lauschten auf und waren im gleichen Moment enttäuscht als sich ihre „Beute“ davon machte. Eigentlich hätte es Jana egal sein können, doch besaß sie im Land einen gewissen Ruf als Heilerin und dieser machte ihr Gesicht für so manch einen bekannt. Sie hatte sich selbst vor die Wahl gestellt, entweder würde sie hier verharren bis das Schiff käme; und damit riskieren das ihre Häscher irgendwann auftauchen würden, und das sicherlich nicht in einer Minderzahl, oder sie würde weiter gen Süden wandern, zur nächst größeren Hafenstadt und dort auf ein Schiff hoffen. Angesichts der Tatsachen entschied sie sich für die Wanderung, auch wenn ihr Körper nicht wirklich der Ansicht war, dass diese Entscheidung gut war.
So früh wie nur möglich machte sie sich an den Aufbruch und vielleicht war es wirklich eine gute Entscheidung gewesen. Sie hatte das Gefühl dass sie die ganzen Leute anstarrten, doch vielleicht war es auch nur Einbildung. Gegen Nachmittag hatte sie bereits ein gutes Stück des Weges zurückgelegt. Wie so oft dankte sie Siridia für ihren Wanderstock, der ihr gut auf dem Weg half. Sie würde nach einer Nachtruhe wohl alsbald das erste Dorf erreichen und dort nach Unterkunft bitten. Doch auf dem Wege hielt sie inne, ein Mann kam ihr entgegen. Jana hatte sich die Kapuze abgenommen und die Robe abgelegt, es war einfach zu warm unter der dicken Robe für eine Wanderung. Erst hatte sie nur gedacht, dass er ein einfacher typischer Weiberheld war, der ihren Körper begaffte und dann ansetzen würde, sie auf ein Getränk in die Taverne einzuladen, doch nachdem er sie erreicht hatte, lächelte erfreut auf. Er war recht stämmig und kräftig, und ein Zweihänder ragte aus dem Halfter an seinem Rücken hervor, ansonsten trug er eine einfache Rüstung aus Leder.
„Lady Durin? Seid ihr es?“, das Lächeln wurde breiter, fast schon glücklich. Jana runzelte die Stirne kurz, irgendetwas hinter ihrer Stirne warnte sie, dem Mann zu antworten aber auf der anderen Seite konnte niemand wissen dass sie hier war. Jana nickte sachte. „In der Tat … die bin ich. Kann ich euch helfen?“. Der Fremde wiegte kurz den Kopf nachdenklich und lachte dann kurz los. „Ja … in der Tat, ihr könntet mir sogar noch helfen. Ihr könnt stillstehen und keinen Widerstand leisten. Dann werdet ihr eure zarten Hände fesseln lassen und mit mir in die Kirchenanlagen kommen. Dort werde ich euch den Priestern übergeben und die mir ein Säckchen, prall gefüllt mit Gold. Wie klingt das?“ Er lächelte dreckig und Jana wich die Farbe aus dem Gesicht. Also doch, ein Mitglied der Inquisition. Sie hatten all die Jahre nach ihnen gesucht, weil sie ihr Volk als falsch ansahen, als etwas, was von Dämonen gespeist wurde. Dann, als sie keinerlei Erfolge zu verbuchen hatten, gaben sie ihre Suche auf und nun waren sie wieder auf der Jagd. Dieser Mann würde sich auf keinerlei Diskussionen einlassen und er würde auch keinen allzu großen Wert auf ihren Zustand legen, dessen war sich Jana sicher. Doch sie wollte es nicht zum Kampf kommen lassen, nicht jetzt. „Und wenn ich mich weigere? Wer gibt euch das Recht mich zu bedrohen? Ich bin eine anerkannte Heilerin des Regiments von Min…“, „Es ist mir egal was ihr seid!“ unterbrach er sie zischend. „Ihr seid angeklagt mit Dämonen zu paktieren und der Hexerei zu huldigen! Jedes recht auf Erden ist euch genommen worden mit diesen Taten!“ Er hob seinen Zweihänder an und grinste sie an. „Und wenn wir euch haben, geht es nach euresgleichen hinterher … direkt in dieses schöne Land, in dass die Fähre gefahren ist, auf der sie sich alle befinden.“
Es war jener Moment. Dessen war sich Jana immer sicher gewesen. In diesem Moment war es geschehen. Sie hatte die schwarze Magie zwar immer wieder genutzt, jedoch hatte sie sich gezügelt. Es war einfach nicht ihre Art diese Magie zu nutzen. Doch in diesem Moment zerbrach die Linie, in diesem Moment, in dem er sagte, ihnen zu folgen, in dem er sagte ihnen zu schaden, da war alles vergessen. Ihre Augen verengten sich, in ihr brodelte es, es war purer Zorn, Enttäuschung und Wut. All die Ängste die sie in sich gestaut hatte die letzten Tage brachen hervor und dann, dann war alles vorbei, so schnell wie es begann. Jana selbst konnte sich an nichts mehr erinnern, an kein noch so kleines Detail, doch als sie die Augen wieder ganz öffnete, lag der Mann tot vor ihr. Sein Gesicht war verzerrt, die Augen waren aufgerissen und der Blick war in Entsetzen gehüllt. Es war das erste mal seit Jahren gewesen; das erste mal dass sie getötet hatte. Doch als sie auf den Leichnam blickte, überkam sie keinerlei Mitleid, keinerlei Reue oder dergleichen. Es war befreiend gewesen, es war richtig gewesen. Dieser Mensch wollte ihnen schaden, nicht ihr, sondern ihrem Volk. Es gab keine andere Alternative.
Sie machte sich nicht einmal die Mühe die Leiche zu verstecken. Sie ließ sie auf dem Weg liegen und machte sich schnellstens weiter auf den Weg. Nach einigen Stunden des Wanderns, merkte sie immer mehr, wie ihr Herz hämmerte. Sie konnte spüren, wie ihre Muskeln schmerzten und ihr Kopf begann zu schmerzen. Mit jedem Schritt wurde es schlimmer und dann; dann fiel sie, und Schwärze überkam sie. Totale Schwärze.
Von all diesen Punkten abgesehen gab es noch einen anderen Punkt, der ihr missfiel; der Stand der Hexerei in diesem Land. Die letzten Tage hatte es sich im Lande verbreitet, die Kunde der Hexen die sich bekannten. Es war nicht still und heimlich verlaufen wie sie es sich von allen gewünscht hatte und diejenigen, die sie früher jagten lauschten auf und waren im gleichen Moment enttäuscht als sich ihre „Beute“ davon machte. Eigentlich hätte es Jana egal sein können, doch besaß sie im Land einen gewissen Ruf als Heilerin und dieser machte ihr Gesicht für so manch einen bekannt. Sie hatte sich selbst vor die Wahl gestellt, entweder würde sie hier verharren bis das Schiff käme; und damit riskieren das ihre Häscher irgendwann auftauchen würden, und das sicherlich nicht in einer Minderzahl, oder sie würde weiter gen Süden wandern, zur nächst größeren Hafenstadt und dort auf ein Schiff hoffen. Angesichts der Tatsachen entschied sie sich für die Wanderung, auch wenn ihr Körper nicht wirklich der Ansicht war, dass diese Entscheidung gut war.
So früh wie nur möglich machte sie sich an den Aufbruch und vielleicht war es wirklich eine gute Entscheidung gewesen. Sie hatte das Gefühl dass sie die ganzen Leute anstarrten, doch vielleicht war es auch nur Einbildung. Gegen Nachmittag hatte sie bereits ein gutes Stück des Weges zurückgelegt. Wie so oft dankte sie Siridia für ihren Wanderstock, der ihr gut auf dem Weg half. Sie würde nach einer Nachtruhe wohl alsbald das erste Dorf erreichen und dort nach Unterkunft bitten. Doch auf dem Wege hielt sie inne, ein Mann kam ihr entgegen. Jana hatte sich die Kapuze abgenommen und die Robe abgelegt, es war einfach zu warm unter der dicken Robe für eine Wanderung. Erst hatte sie nur gedacht, dass er ein einfacher typischer Weiberheld war, der ihren Körper begaffte und dann ansetzen würde, sie auf ein Getränk in die Taverne einzuladen, doch nachdem er sie erreicht hatte, lächelte erfreut auf. Er war recht stämmig und kräftig, und ein Zweihänder ragte aus dem Halfter an seinem Rücken hervor, ansonsten trug er eine einfache Rüstung aus Leder.
„Lady Durin? Seid ihr es?“, das Lächeln wurde breiter, fast schon glücklich. Jana runzelte die Stirne kurz, irgendetwas hinter ihrer Stirne warnte sie, dem Mann zu antworten aber auf der anderen Seite konnte niemand wissen dass sie hier war. Jana nickte sachte. „In der Tat … die bin ich. Kann ich euch helfen?“. Der Fremde wiegte kurz den Kopf nachdenklich und lachte dann kurz los. „Ja … in der Tat, ihr könntet mir sogar noch helfen. Ihr könnt stillstehen und keinen Widerstand leisten. Dann werdet ihr eure zarten Hände fesseln lassen und mit mir in die Kirchenanlagen kommen. Dort werde ich euch den Priestern übergeben und die mir ein Säckchen, prall gefüllt mit Gold. Wie klingt das?“ Er lächelte dreckig und Jana wich die Farbe aus dem Gesicht. Also doch, ein Mitglied der Inquisition. Sie hatten all die Jahre nach ihnen gesucht, weil sie ihr Volk als falsch ansahen, als etwas, was von Dämonen gespeist wurde. Dann, als sie keinerlei Erfolge zu verbuchen hatten, gaben sie ihre Suche auf und nun waren sie wieder auf der Jagd. Dieser Mann würde sich auf keinerlei Diskussionen einlassen und er würde auch keinen allzu großen Wert auf ihren Zustand legen, dessen war sich Jana sicher. Doch sie wollte es nicht zum Kampf kommen lassen, nicht jetzt. „Und wenn ich mich weigere? Wer gibt euch das Recht mich zu bedrohen? Ich bin eine anerkannte Heilerin des Regiments von Min…“, „Es ist mir egal was ihr seid!“ unterbrach er sie zischend. „Ihr seid angeklagt mit Dämonen zu paktieren und der Hexerei zu huldigen! Jedes recht auf Erden ist euch genommen worden mit diesen Taten!“ Er hob seinen Zweihänder an und grinste sie an. „Und wenn wir euch haben, geht es nach euresgleichen hinterher … direkt in dieses schöne Land, in dass die Fähre gefahren ist, auf der sie sich alle befinden.“
Es war jener Moment. Dessen war sich Jana immer sicher gewesen. In diesem Moment war es geschehen. Sie hatte die schwarze Magie zwar immer wieder genutzt, jedoch hatte sie sich gezügelt. Es war einfach nicht ihre Art diese Magie zu nutzen. Doch in diesem Moment zerbrach die Linie, in diesem Moment, in dem er sagte, ihnen zu folgen, in dem er sagte ihnen zu schaden, da war alles vergessen. Ihre Augen verengten sich, in ihr brodelte es, es war purer Zorn, Enttäuschung und Wut. All die Ängste die sie in sich gestaut hatte die letzten Tage brachen hervor und dann, dann war alles vorbei, so schnell wie es begann. Jana selbst konnte sich an nichts mehr erinnern, an kein noch so kleines Detail, doch als sie die Augen wieder ganz öffnete, lag der Mann tot vor ihr. Sein Gesicht war verzerrt, die Augen waren aufgerissen und der Blick war in Entsetzen gehüllt. Es war das erste mal seit Jahren gewesen; das erste mal dass sie getötet hatte. Doch als sie auf den Leichnam blickte, überkam sie keinerlei Mitleid, keinerlei Reue oder dergleichen. Es war befreiend gewesen, es war richtig gewesen. Dieser Mensch wollte ihnen schaden, nicht ihr, sondern ihrem Volk. Es gab keine andere Alternative.
Sie machte sich nicht einmal die Mühe die Leiche zu verstecken. Sie ließ sie auf dem Weg liegen und machte sich schnellstens weiter auf den Weg. Nach einigen Stunden des Wanderns, merkte sie immer mehr, wie ihr Herz hämmerte. Sie konnte spüren, wie ihre Muskeln schmerzten und ihr Kopf begann zu schmerzen. Mit jedem Schritt wurde es schlimmer und dann; dann fiel sie, und Schwärze überkam sie. Totale Schwärze.
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Jana Durin
- Beiträge: 31
- Registriert: 6. Jan 2004, 16:14
Die Ohnmacht war ausstaffiert mit bizarren träumen und Bildern. Erinnerungen der vergangenen Tage und vielleicht auch Visionen der Zukunft, wer mochte dies schon sagen? Bilder von Fratzen, die sie nie zuvor sah, bildeten sich vor ihren Augen und Orte tauchten vor ihrem Geiste auf, welche ihr ein Rätsel bildeten. Die Realität holte sie jedoch irgendwann ein, und zwar in Form eines sachten Tätschelns ihrer Wange und einer weiblichen Stimme. „Lady Durin? Wacht auf … Lady Durin … macht die Augen auf …“ und dann tat sie es auch. Es war wie ein Akt von unsagbarer Kraftanstrengung, als sich ihre Lider träge öffneten und sie verschwommen einige Konturen wahrnehmen konnte, die sich mit der Zeit immer weiter verstärkten. Sie schaute in das besorgte Gesicht einer jungen Frau, ein Gesicht, welches sie irgendwoher kannte. Neben ihr stand ein etwas älterer Mann. Sein Haar war bereits etwas grau und er war ein wahrer Hüne. Sein Körper war muskelbepackt aber sein Gesicht strahlte ebenso eine gewisse Besorgnis aus. Ihn erkannte Jana jedoch. „Jelim … seid ihr das?“ fragte sie mit schwächelnder Stimme. Der Mann atmete kurz erleichtert aus und nickte etwas. „Ja … ich bin’s Lady Durin. Habt uns einen gehörigen Schrecken eingejagt als ihr da mitten auf der Straße lagt.“
Die beiden ließen Jana eine Zeit für sich, um wach zu werden. Jelim war einer der örtlichen Bauer. Jana hatte ihn damals im Lazarett behandelt und ihn von einer weniger angenehmen Wunde an seinem rechten Bein befreit. Nun saß sie hier vor den beiden, der Körper immer noch etwas in sich eingesunken, und lauschte ihren Worten. „Wisst ihr … Lady Durin, man erzählt über euch. Dass ihr Dämonen huldigt und mit den Bösen im Pack seid. Hab gleich jedem der das behauptet gehörig eine verpasst.“. Jana seufzte leise, es war soweit und es würde erst ein Ende finden wenn sie fort von hier war. „Ihr glaubt ihnen also nicht?“ fragte sie ruhig. Beide schüttelten den Kopf. Jelim verschränkte seine kräftigen Arme. „Und selbst wenn. Ohne euch würden meine Frau und ich den Hof nicht mehr bezahlen können. Mein Bein hätte mir soviel Qualen bereitet, dass wir es nicht mehr geschafft hätten. Ich mag mir nicht vorstellen, was ohne eure Behandlung gewesen wäre. Aber was habt ihr nun vor?“. Jana blickte kurz nachdenklich in die Ferne, sie starrte förmlich durch die beiden hindurch. „Ich muss nach Süden … zur nächsten Hafenstadt. Dort muss ich ein Schiff nehmen, direkt nach Ashkantra.“ Jelim nickte etwas. „Hab viel über die Ländereien dort gehört … dort ist die Kirche nicht so … fanatisch wie hier. Ich denke dort werdet ihr eure Ruhe haben. Und was eure Reise in den Süden betrifft, da macht euch keine Sorgen, wir nehmen euch mit hinab. In der Stadt selbst seid ihr sicher … sie gehört einem unabhängigen Lord und der steht mit der Kirche nicht auf nem guten Fuß, wenn ihr versteht was ich meine.“ Jelim lachte kurz rau und Jana gestattete sich zum ersten mal seit Tagen ein Lächeln.
Und so geschah es. Mithilfe der beiden gelang es Jana unauffällig und schnell in die Hafenstadt zu gelangen. Jelim hatte Recht gehabt, die Kirche hatte keinen ihrer Anhänger dort und so konnte sie auch in Ruhe die letzten zehn Tage verbringen, ehe ihr Schiff ankam. Nun war also endlich der Tag gekommen, Ashkantra wartete und die Jagd würde endlich finden. Was sie über Ashkantra herausgefunden hatte, würde sie dort nicht mit ihren Peinigern von hier rechnen müssen. Dort war einiges anders, vor allem was das Hexentum betraf. Eine fast schon erleichternde Botschaft.
Als das Schiff dann endlich ablegte, zog sich Jana zurück in ihre Kajüte. Sie musste meditieren, musste nachdenken. Doch bevor sie das alles getan hatte, schickte sie eine Brieftaube los, zu Lysina. Mit sich trug das treue Tier einen Brief, in dem stand, dass alles erledigt sei und es ihr gut ginge. Wenn Jana nicht alles irrte, würden sie sehr bald ankommen … und sie würde folgen.
Die beiden ließen Jana eine Zeit für sich, um wach zu werden. Jelim war einer der örtlichen Bauer. Jana hatte ihn damals im Lazarett behandelt und ihn von einer weniger angenehmen Wunde an seinem rechten Bein befreit. Nun saß sie hier vor den beiden, der Körper immer noch etwas in sich eingesunken, und lauschte ihren Worten. „Wisst ihr … Lady Durin, man erzählt über euch. Dass ihr Dämonen huldigt und mit den Bösen im Pack seid. Hab gleich jedem der das behauptet gehörig eine verpasst.“. Jana seufzte leise, es war soweit und es würde erst ein Ende finden wenn sie fort von hier war. „Ihr glaubt ihnen also nicht?“ fragte sie ruhig. Beide schüttelten den Kopf. Jelim verschränkte seine kräftigen Arme. „Und selbst wenn. Ohne euch würden meine Frau und ich den Hof nicht mehr bezahlen können. Mein Bein hätte mir soviel Qualen bereitet, dass wir es nicht mehr geschafft hätten. Ich mag mir nicht vorstellen, was ohne eure Behandlung gewesen wäre. Aber was habt ihr nun vor?“. Jana blickte kurz nachdenklich in die Ferne, sie starrte förmlich durch die beiden hindurch. „Ich muss nach Süden … zur nächsten Hafenstadt. Dort muss ich ein Schiff nehmen, direkt nach Ashkantra.“ Jelim nickte etwas. „Hab viel über die Ländereien dort gehört … dort ist die Kirche nicht so … fanatisch wie hier. Ich denke dort werdet ihr eure Ruhe haben. Und was eure Reise in den Süden betrifft, da macht euch keine Sorgen, wir nehmen euch mit hinab. In der Stadt selbst seid ihr sicher … sie gehört einem unabhängigen Lord und der steht mit der Kirche nicht auf nem guten Fuß, wenn ihr versteht was ich meine.“ Jelim lachte kurz rau und Jana gestattete sich zum ersten mal seit Tagen ein Lächeln.
Und so geschah es. Mithilfe der beiden gelang es Jana unauffällig und schnell in die Hafenstadt zu gelangen. Jelim hatte Recht gehabt, die Kirche hatte keinen ihrer Anhänger dort und so konnte sie auch in Ruhe die letzten zehn Tage verbringen, ehe ihr Schiff ankam. Nun war also endlich der Tag gekommen, Ashkantra wartete und die Jagd würde endlich finden. Was sie über Ashkantra herausgefunden hatte, würde sie dort nicht mit ihren Peinigern von hier rechnen müssen. Dort war einiges anders, vor allem was das Hexentum betraf. Eine fast schon erleichternde Botschaft.
Als das Schiff dann endlich ablegte, zog sich Jana zurück in ihre Kajüte. Sie musste meditieren, musste nachdenken. Doch bevor sie das alles getan hatte, schickte sie eine Brieftaube los, zu Lysina. Mit sich trug das treue Tier einen Brief, in dem stand, dass alles erledigt sei und es ihr gut ginge. Wenn Jana nicht alles irrte, würden sie sehr bald ankommen … und sie würde folgen.