Studiengebühren und so weiter
Verfasst: 2. Jul 2004, 23:56
Money for nothing
Studiengebühren, Langzeitstudierende, leere Staatskassen. Themen, die seit Ende Ära Kohl durch die Medien geistern. Auf der anderen Seite eine Bundesregierung, die ihre Handlungsunfähigkeit bereits in ihrer zweiten Legislaturperiode zeigt, Reiche, die immer reicher werden, Absturz des deutschen Mittelstandes. In solchen Zeiten nimmt man, was man kriegen kann. Und wenns aus den Taschen derer ist, die sowieso nichts haben. Oder derer, deren Existenz in hohem Masse von Studienförderung und Minijobs abhängt.
Studienkonto nennt man diese neue Erfindung, die die sogenannten Langzeitstudierenden schröpfen soll.
500,- Euro aufwärts pro Semester über dem 11. bei einer Regelstudienzeit von 8 Semestern. Doch was sind denn bitte diese Langzeitstudiernden? Im Volksmund und den wohlstandsgewohnten Köpfen unserer deutschen „Führungselite" wahrscheinlich Sozialschmarotzer. Sicher, solche sind in Deutschland ungern gesehen. Jene, die das Sozialsystem reiten, bis es nicht mehr geht.
So lasst euch gesagt sein, meine lieben Leute, dem ist mitnichten so. Langzweitstudierende sind in der Masse Spätzünder, die ihr Studium mit Mitte 20 oder später aufnehmen und somit bereits einige Verpflichtungen im Leben eingegangen sind, die es neben dem Studium zu bewältigen gibt. Eigene Kinder, Sicherung des Lebensunterhalts, da Eltern nicht mehr zahlungsbereit sind oder schwierige Lebensituationen sind hier an der Tagesordnung.
Aber wie gesagt, solcherlei ist wohl egal, wenn es gilt, ein Vorurteil aufrechtzuerhalten, durch das man eigene Unfähigkeit und Inkompetenz verschleiern kann.
Angeblich kosten diese Langzeitstudierenden Geld. Was kosten wir denn bitte? Nichts kosten wir. Wir strecken unser Studium auf Teilzeit, um nebenbei unsere Existenz aufrechtzuerhalten. Wir bringen dem Staat ebenso Geld, da wir zumeist mehr als den steuerfreien, studentischen Freibetrag im Jahr erwirtschaften. Aber wir sollen doppelt gemolken werden. Neben mittlerweilen horrenden und unangemessenen Verwaltungsgebühren an den Hochschulen, die, am Rande bemerkt, den Länderkassen, nicht den betroffenen Hochschulen zugute kommen, nun auch noch ein Studienkonto.
Alleine die Erwägung dieser Geldforderung erscheint vor dem Hintergrund eines handlungsunfähigen und überschuldeten Staats mehr als lächerlich. Dank parteipolitischem Durcheinanders, Flickschusterei, Inkompetenz, Vetternwirtschaft, die in unseren Parlamenten vorherrschen, melkt man nun alles, was vor die Melkmaschine kommt.
Doch erreicht auch das Gemolkene die Molkerei? Mitnichten. Man verwendet das ganze um die Löcher zu stopfen, die jahrzehntelanger Raubbau am Staatshaushalt und die Sicherung der eigenen Pfründe verursacht haben. Und stopft man damit tatsächlich die Löcher in Zeiten, in denen es immer noch möglich ist, dass Milliarden an den Steuerinstanzen vorbeigeschleust werden? Man darf es bezweifeln.
Der verwaltungstechnische Mehraufwand zur Eintreibung dieser Studiengebühren wird niemals den tatsächlichen Nutzen decken. In Niedersachsens Hauptstadt Hannover reichten zum Beispiel die Einnahmen gerade mal so eben, um die Verwaltungsangestellten zu finanzieren, die mit dieser undankbaren Aufgabe betraut wurden.
Doch wie sieht es für diejenigen aus, die aus Geldmangel der Forderung des Studienkontos nicht nachkommen können? Nun, sicherlich sehr gute Kandidaten, die schöne Landschaft der Arbeitslosigkeit in Deutschland zu bereichern. Studienabbrecher, zumal aus solchen Gründen, sind natürlich bei Arbeitgebern sehr willkommen. Nämlich gar nicht. Warum sollte ein Arbeitgeber, der sich schon die teuren Hochschulabsolventen nicht leisten will, welche wollen, die schon das Studium nicht geschafft haben? Hurra, Deutschland für die Ankurbelung der Mehrbeit für Sozialämter. Oder ist es vielleicht gar nur ein neues ABM-Programm für unterforderte Beamte?
Das Fazit, welches wir Langzeitstudierenden jedenfalls aus dem Studienkonto ziehen können, ist ein lautes und schallendes Lachen. Bitteres Lachen, aber als Menschen mit viel Humor, wie wir alten Säcke das nun mal sind, sitzen wir meist ungläubig vor solchen Eulenspiegeleien unseres Vaters Staat und kommen aus dem Köpfeschütteln nicht mehr raus. Vielleicht vermögen es unsere Chiropraktiker aus unserem Dilemma Kapital zu schlagen. Unsere Politker sind selbst dazu viel zu betoneirt im Kopf. Die schaffen es vermutlich nicht einmal, eine Vereinskasse zu verwalten, ohne in Schuldenbergen zu versinken. Aber beschweren sollten sie sich darüber nicht, denn schliesslich gibt es genügend Bürger, die ihre Unfähigkeit ausgleichen dürfen. Money for nothing eben.
Studiengebühren, Langzeitstudierende, leere Staatskassen. Themen, die seit Ende Ära Kohl durch die Medien geistern. Auf der anderen Seite eine Bundesregierung, die ihre Handlungsunfähigkeit bereits in ihrer zweiten Legislaturperiode zeigt, Reiche, die immer reicher werden, Absturz des deutschen Mittelstandes. In solchen Zeiten nimmt man, was man kriegen kann. Und wenns aus den Taschen derer ist, die sowieso nichts haben. Oder derer, deren Existenz in hohem Masse von Studienförderung und Minijobs abhängt.
Studienkonto nennt man diese neue Erfindung, die die sogenannten Langzeitstudierenden schröpfen soll.
500,- Euro aufwärts pro Semester über dem 11. bei einer Regelstudienzeit von 8 Semestern. Doch was sind denn bitte diese Langzeitstudiernden? Im Volksmund und den wohlstandsgewohnten Köpfen unserer deutschen „Führungselite" wahrscheinlich Sozialschmarotzer. Sicher, solche sind in Deutschland ungern gesehen. Jene, die das Sozialsystem reiten, bis es nicht mehr geht.
So lasst euch gesagt sein, meine lieben Leute, dem ist mitnichten so. Langzweitstudierende sind in der Masse Spätzünder, die ihr Studium mit Mitte 20 oder später aufnehmen und somit bereits einige Verpflichtungen im Leben eingegangen sind, die es neben dem Studium zu bewältigen gibt. Eigene Kinder, Sicherung des Lebensunterhalts, da Eltern nicht mehr zahlungsbereit sind oder schwierige Lebensituationen sind hier an der Tagesordnung.
Aber wie gesagt, solcherlei ist wohl egal, wenn es gilt, ein Vorurteil aufrechtzuerhalten, durch das man eigene Unfähigkeit und Inkompetenz verschleiern kann.
Angeblich kosten diese Langzeitstudierenden Geld. Was kosten wir denn bitte? Nichts kosten wir. Wir strecken unser Studium auf Teilzeit, um nebenbei unsere Existenz aufrechtzuerhalten. Wir bringen dem Staat ebenso Geld, da wir zumeist mehr als den steuerfreien, studentischen Freibetrag im Jahr erwirtschaften. Aber wir sollen doppelt gemolken werden. Neben mittlerweilen horrenden und unangemessenen Verwaltungsgebühren an den Hochschulen, die, am Rande bemerkt, den Länderkassen, nicht den betroffenen Hochschulen zugute kommen, nun auch noch ein Studienkonto.
Alleine die Erwägung dieser Geldforderung erscheint vor dem Hintergrund eines handlungsunfähigen und überschuldeten Staats mehr als lächerlich. Dank parteipolitischem Durcheinanders, Flickschusterei, Inkompetenz, Vetternwirtschaft, die in unseren Parlamenten vorherrschen, melkt man nun alles, was vor die Melkmaschine kommt.
Doch erreicht auch das Gemolkene die Molkerei? Mitnichten. Man verwendet das ganze um die Löcher zu stopfen, die jahrzehntelanger Raubbau am Staatshaushalt und die Sicherung der eigenen Pfründe verursacht haben. Und stopft man damit tatsächlich die Löcher in Zeiten, in denen es immer noch möglich ist, dass Milliarden an den Steuerinstanzen vorbeigeschleust werden? Man darf es bezweifeln.
Der verwaltungstechnische Mehraufwand zur Eintreibung dieser Studiengebühren wird niemals den tatsächlichen Nutzen decken. In Niedersachsens Hauptstadt Hannover reichten zum Beispiel die Einnahmen gerade mal so eben, um die Verwaltungsangestellten zu finanzieren, die mit dieser undankbaren Aufgabe betraut wurden.
Doch wie sieht es für diejenigen aus, die aus Geldmangel der Forderung des Studienkontos nicht nachkommen können? Nun, sicherlich sehr gute Kandidaten, die schöne Landschaft der Arbeitslosigkeit in Deutschland zu bereichern. Studienabbrecher, zumal aus solchen Gründen, sind natürlich bei Arbeitgebern sehr willkommen. Nämlich gar nicht. Warum sollte ein Arbeitgeber, der sich schon die teuren Hochschulabsolventen nicht leisten will, welche wollen, die schon das Studium nicht geschafft haben? Hurra, Deutschland für die Ankurbelung der Mehrbeit für Sozialämter. Oder ist es vielleicht gar nur ein neues ABM-Programm für unterforderte Beamte?
Das Fazit, welches wir Langzeitstudierenden jedenfalls aus dem Studienkonto ziehen können, ist ein lautes und schallendes Lachen. Bitteres Lachen, aber als Menschen mit viel Humor, wie wir alten Säcke das nun mal sind, sitzen wir meist ungläubig vor solchen Eulenspiegeleien unseres Vaters Staat und kommen aus dem Köpfeschütteln nicht mehr raus. Vielleicht vermögen es unsere Chiropraktiker aus unserem Dilemma Kapital zu schlagen. Unsere Politker sind selbst dazu viel zu betoneirt im Kopf. Die schaffen es vermutlich nicht einmal, eine Vereinskasse zu verwalten, ohne in Schuldenbergen zu versinken. Aber beschweren sollten sie sich darüber nicht, denn schliesslich gibt es genügend Bürger, die ihre Unfähigkeit ausgleichen dürfen. Money for nothing eben.
