Lächeln auf toten Lippen

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Pardalos
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Lächeln auf toten Lippen

Beitrag von Pardalos »

Seit mehreren Monden suchte ein Wolf die Herden des Dorfes heim. Zahlreiche Tiere wurden gerissen und so mancher Hirte und Bauer viel den scharfen Zähnen des Tieres zum Opfer. So schickten sie nach Jägern und Helden, dass sie kämen und dem Untier ein Ende zu setzen, denn es war schlau und gierig zu gleich. Keiner der Dorfbewohner des Dorfes konnte es fassen, geschweige denn töten.
So mancher Held kam und versuchte sein Glück, doch wer aus den Wäldern des Untieres kam berichtete von einer Kreatur der Finsternis, einem Tier das mit dem Reich der Dämonen im Bunde ist. Abscheulich in seiner Natur und gierig im Durste nach Blut und frischen Fleisch, sei es das eines Menschens oder Tieres.
Der Sommer ging dahin und der Herbst kam herbei. Die Blätter der Bäume wandelten sich in ein mannigfaltiges Feld an Farben. Es war auch die Zeit, in der Jargon und Marna das Dorf erreichten. Jargon war ein erfahrener Jäger, Marna war aber eine junge Magierin, die sich augenscheinlich ungebührlich für ihren Stand aufführte. Sie waren auch ein Paar, das in Liebe vereint ist und zusammenhielt wie Pech und Schwefel. Für vier Sack blanken Goldes machten sie sich auf Geheiß des Dorfältesten auf in den Wald.
Fünf Tage verfolgten sie die Spuren des Wolfes, doch immer wieder aufs Neue hat er sie in die Irre geführt. Immer wieder verloren sie seine Spur, einmal sogar hatten sie ihn fast, doch dann verloren sie ihn wieder aus den Augen. Sie hatten es fast satt ihn zu jagen, doch sie änderten ihren Plan: Er solle zu ihnen kommen.
Eingehüllt in Fellen von Tieren saßen sie auf einem Hochstand. Tiere im Pferch. Einige viele waren es. Der Überrest der Herde des Dorfes. Stunde um Stunde verging. Der Mond erhob sich weit am Firmament und erleuchtete ausreichend die Umgebung.
Kurz nach Mitternacht wurden die Tiere unruhig. Aufgeregtes Blöcken der Schafe, auch die Kühe wurden unruhig. Ein Schatten kam näher und näher. Ein großer schwarzer Wolf war es, der sich vom Walde hernäherte.
Langsam legte Jargon einen Pfeil ein. Der erste Schuss müsse sitzen. Der Wolf konnte sie nicht wittern, zu stark war der Fremdgeruch an ihnen, denn nicht ohne Grund hatte sie sich mit Erde und zum Teil auch mit Urin der Tiere eingerieben, was Marna nicht sonderlich gefiel. Marna schloß ihre Augen und murmelte leise vor sich Formeln der Magie hin, um durch sie das arkane Gefüge der magischen Kräfte nach ihrem Willen zu formen. Langsam öffnets sie ihre Augen und fixiert das wahrlich große Untier. Fast verliert sie aber die Konzentration, denn der Gestank den sie selbst ausströmte raubte ihr fast den Atem. Jargon jedoch fixierte sein Ziel mit äußerster Konzentration.
Ein paar Mal erhob die Kreatur misstrauisch seine Schnauze, er schien die Gefahr zu wittern, doch nach einer Weile spurtete er auf die Herde aus Schafen und Kühen zu, doch mit ihm jagte auch ein Pfeil schon auf ihn zu. Mit ungezügelter Wucht erwischte der Pfeil den Wolf. Ein schrilles Aufquieken entfuhr seiner Kehle, was eher an ein abgestochenes Schwein gemahnen würde. Er brach zusammen und überschlug sich bei der Wucht seines Spurtes, weil er stolperte.
Ein greller Blitz löste sich aus den Händen von Marna, denn sie löste ihre Gedanken und mit ihm den Zauber. Der Monsterwolf wollt sich eben wieder aufrichten, da erfasst ihm auch der Blitz und aufs Neue quiekt er wieder auf. Irritiert blickt er um sich. Versucht sich aufzurichten, doch bricht er wieder ein. Laut jault er auf. Jargon springt von seiner Position du rennt mit einem neuen Pfeil auf der Sehne in Richtung der Kreatur. Wieder schnellt ein Pfeil von der Sehne und bohrt sich in das Fleisch des geblendeten Wolfes.
Langsam werden die fahlen Lichter in den Fenster des Dorfes heller und so mancher Dorfbewohner wagt sich hervor aus seinen sicheren Häusern. Langsam kamen sie dem Pferch näher und dem Schauplatz des Kampfes.
Marna stieg von ihrem Platz herab und näherte sich Jargon. Vorsichtig, ja bedächtig. Jargon hingegen, hatte mittlerweile schon seinen dritten Pfeil in den Wolf gebohrt. Er atmete erschöpft, ja schwer. Der Wolf röchelte und schien seine letzten Atemzüge zu tun. Marna legte vorsichtig seine Hand auf die Schultern von Jargon und blickte an ihm vorbei zu dem Wolf. Jetzt kamen auch Dorfbewohner dazu. Der Wolf verendete mit einem letzten schmerzverzehrten Jaulen. Die Dorfbewohner zuckten zusammen, doch Freude kam auf.Sie wussten, dass sie von der Kreatur befreit waren. Plötzlich aber weiteten sich die Augen der Anwesenden. Freude machte Schaudern Platz. Blut rann dem Wolf aus dem Maul. Wolf? Ja, doch langsam wandelte sich aus dem Wolf ein Mensch. Ein Mann. In ihm steckten die Pfeile von Argon. Er stank nach verbranntem Fleisch. Der Zauber Marnas. Er war kein normaler Wolf! Ein Wolfmensch? Eine Kreatur aus den Schauergeschichten der Alten des Dorfes. Es war wahr. Eine Kreatur der Finsternis war es. Eine schwarze Seele. Tot.
Der Schauder wandelte sich in Furcht, denn die Dorfbewohner erhielten es als ein finsteres Omen: Der Mannwolf formte mit letzter Kraft ein Lächeln auf seine Lippen ehe er starb. Vielleicht aus Erlösung oder vielleicht gebar sein Tod auch einen Fluch.
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