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Das Raunen der alten Mythen und Sagen...
Verfasst: 11. Jan 2004, 23:57
von Zaaris Modrak
Angeknüpft an jene Geschichten...
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...lange Zeit war nichts zu hören von jenem, welche einst den Wegen der Ahnen folgten und viele Monate strichen seitdem durch die Landen, ohne auch nur ein erwähnenswertes Ereignis diesbezüglich geschehen zu lassen.
Vor nicht allzulanger Zeit wurde der junge Hauptmann der Garde zu Gotara heimgesucht von Unerklärlichem, welches ihm eine Aufgabe stellte...die es zu erfüllen galt. Doch wußte er weder noch von wem sie ihm gestellt wurde, noch Ahnte er jene weitreichenden Auswirkungen. Ebenso jener Sinn und Zweck lag ihm fern, denn viele Fragen warfen sich auf, nach jenem Ereignis, welches ihm seit je her in guter Erinnerung geblieben war.
Einige Monate vergingen so und seitdem ward nichts mehr vernommen worden von jenem Geheimnis, in welches er scheinbar hinein geraten ward.
Es dämmerte bereits und der Abend lag über den gefallenen Landen, die emsigen Bürger von Gotara lagten ihr Tagwerk nieder und machten sich daran die Nacht zu begrüßen, um sich von der Arbeit des hinter ihnen liegenden Tages zu erholen.
So auch jener junge Hauptmann, welcher nun in Richtung seines Turmes ging, um sich vor der Nachtruhe noch ein wenig Zeit für sich selbst nahm. Er genoß sichtlich den knappen Spaziergang von der Wachschenke, zu seinem nahegelegenen Turm, in welchen er hauste. Einige Augenblicke später sperrte er seine wuchtige Eingangstüre auf und trat in sein Heim ein.
Es sollte ein ruhiger Abend werden, denn vieles galt es zu erledigen an diesem Tage. So dachte er es zuminderst, denn nichts anderes hätte er mehr erwartet. Doch sollte er genau an jenem herbstlichen Abend nicht zur Ruhe kommen, denn das Raunen der alten Mythen und Sagen sollte ihm erneut begegnen...
Verfasst: 12. Jan 2004, 00:00
von Angus Lok
Wahrlich ein langweiliger Tag war es. Kleine Schreibarbeiten für die Garde und selbst für sein Training fand er nur wenig Begeisterung. Ehe die Zeit ungenutzt verstreichen sollte sortierte er lieber einige alte Waffen aus. Der Wind strich hörbar um den alten Turm. Er hatte sich schon lange vorgenommen das Gemäuer reparieren zu lassen. Der Turm war schon marode als er erworben wurde und die lange Zeit ohne Pflege tat dem Stein anscheinend nicht gut. Doch mittlerweile hatte sich Angus an die Eigenheiten und Geräusche gewöhnt und es war ihm gleichgültig, dass der Wind mitunter unglaublich laut durch die Räume pfeifen konnte.
Jedoch an jenem Tage war es ruhiger, in der Stadt war es friedlich und das war das Wichtigste. Jene Ruhe wurde jedoch unterbrochen. Schritte, langsam und schwer waren aus westlicher Richtung zu hören. Von seiner Neugier und seinem Pflichtgefühl getrieben eilte der Hauptmann an sein Fenster. Jedoch ergab ein Blick in die Ferne nicht viel. Die Quelle der Schritte war nicht auszumachen.
War dies alles Einbildung?
schoss es durch seinen Kopf.
Der Wind wehte immer noch, doch sein Klang war anders, melodisch und fremdartig. Er lauschte dem Wind, vergaß aber nicht nach was er wirklich suchte, die Herkunft der Schritte. Dann durchfuhr ein Zucken seinen Körper…Glockenschläge…wie aus dem nichts erklangen dreimal die lauten Klänge einer Glocke. Sofort erinnerte er sich. Diese Laute kündigten schon einige Male die Ankunft dieses Wesens an. Er traf diesen Mann zum ersten Mal während eines Zweikampfes bei der Eule. Er erschien aus einem Blitz und verschwand genauso plötzlich wieder.
Nie hätte er damals geahnt, was dieses Treffen für Folgen hatte. Fortan suchte ihn die Gestalt einige Male auf. Er erteilte Angus Aufträge. Der Gardist sollte von seinen Erlebnissen berichten. Gewisse Leute sollten damals erfahren was geschehen ist. Amtek, der Bürgermeister Gotaras hörte seine Berichte und auch die Elfin Delaya Sternauge erfuhr, zusammen mit der jungen Magierin Yasmin Sendark von den Erscheinungen Angus’. Warum er all dies tat, war ihm bis zu diesem Tag nicht ganz klar. Die Neugier, warum gerade er ausgewählt wurde und auch sicher die Angst, den Zorn einer solchen Macht auf sich zu ziehen trieben ihn an. Dennoch war da ein anderes Gefühl. Das Gefühl, dass dies alles wohl geplant war und seine Involvierung einen tieferen Zweck hatte. Jedes Mal folgte er dem Ruf. Das Wesen erschien ihm in verschiedenen Gestalten. Ein Vogel, mit stechenden rubinroten Augen, eine unscheinbare, wenn auch ungewöhnliche Schlange und jene hochgewachsene Gestalt. Kein Zweifel bestand, dass dies alles ein und dieselbe Macht war.
Lange war dies alles nun her und er hörte seit er vom Unbekannten in das Elfendorf gebracht wurde und dort mit Yasmin und Delaya sprach nichts mehr von jener Macht. Auch bekam er keine Antworten, sei es von Amtek, der ihm nur versicherte, dass ihm nichts geschehen würde oder von den beiden Frauen die sich scheinbar auch keinen Reim auf all dies machen konnten. Er machte sich auf hinauszutreten, um zu erfahren, was die Wesenheit nun für ihn vorgesehen hatte. Auf vieles war er gefasst. Im selben Moment, als er die Türe öffnen wollte klopfte es an Selbiger. Ein lautes, behäbiges Klopfen hallte durch den Raum. Er stockte überrascht erst nach tiefem Durchatmen öffnete er schließlich die Pforte. Es geschah wie er es wohl erwartet hatte, nichts und niemand war zu sehen. Abermals entschied das Wesen sich nicht für den direkten Weg, aber so war Angus es gewohnt. Rätselhafte Dinge passierten von Anfang an und er fand sich damit ab. Langsam trat er hinaus und sah sich um, irgendwo würde ein Hinweis sein, so nahm er an, als ihn der gellende Schrei eines Raben aus seinen Gedanken riss. Gegenüber auf einem der Häuserdächer saß der Vogel und starrte auf Angus hinab. Die roten Augen fixierten den Krieger. Sofort verstand Angus. Er sah diesen Vogel bereits einige Male.
Kurz flatterte er mit den Flügeln um sich wenig später in die Lüfte zu erheben. Den Blick auf den Vogel gerichtet folgt der Gardenhauptmann. Er achtete kaum auf dem Weg, bis er schließlich in den Wäldern südlich Gotaras die Spur verlor.
Wo seid ihr?
sprach er mit leiser Stimme.
Ein Licht, grell und intensiv schien es um ihn herum. Schwäche stieg in ihm wie Müdigkeit auf. Nur schwerlich gelang es Angus sich auf den Beinen zu halten. Wenig Zeit verging, bis sich der Lichtkegel von ihm wegbewegte. Er gab einen Schatten preis, der sich noch ein wenig auf Angus zu bewegte, bis schließlich deutlich der Umriss, eines hochgewachsenen Humanoiden in einer weiten Robe zu erkennen war.
Leise erhob die Gestalt ihre Stimme und forderte Angus auf sich wieder gerade hinzustellen. In jenem Moment erlangte der Krieger seine normale Verfassung zurück. Nachdem er sich aufgerichtet hatte, sprach der Vermummte direkt weiter. Er möge ihm nicht zu nahe kommen. Überrascht von dieser Vorsicht bedeutete Angus seine friedlichen Absichten und seine Einschätzung, dass jenes Wesen ihm offensichtlich mehr als gewachsen sei. Er erntete nicht mehr als ein Lachen, jedoch schien es nicht höhnisch. Der Gardist entschloss sich besser nicht zu reagieren und erwartete die Erklärung, weshalb er in den Wald gelockt wurde. Tatsächlich folgte eine solche. Sie unterhielten sich. Dank brachte die Gestalt Angus für die Erfüllung der Aufträge entgegen und sie versicherte, dass dies nicht alles zufällig geschah. Schließlich gestattete er Angus seine Fragen zu stellen. Lange wartete er auf diesen Augenblick und stellte sofort die wichtigste Frage.
Wer seid ihr?
Bestimmt klang seine Stimme.
Die Antwort war kryptisch und rätselhaft. Das Wesen sprach von seinen verschiedenen Gestalten und von einer Bestimmung. Abermals betonte es, dass es gute Gründe gab Angus zu wählen. Der weg sei lang für den jungen Mann, bis er verstehe was genau mit ihm passiert ist. Eine Reise in seinem Geiste solle ihm mehr Klarheit bringen und ihm zeigen was ihn von anderen unterschied. Die menschliche Gestalt breitete ihre Arme aus. Die Umgebung veränderte sich. Nebel kam auf und lies die Gestalt in den Schwaden verblassen. Er hört sie wieder näher kommen. Im Zwielicht erkennt er nun zum ersten Mal die Farbe der Robe, ein dunkles, mystisches Blau.
Sie bedeutete Angus ihm zu folgen mit dem Satze:
So seht nun mit eurem Auge des Geistes und folgt der Gestalt in blauen Gewändern.
Ohne ein Zögern befolgt der Hauptmann diese Order. Sie gehen einige Schritte durch die Dunkelheit, bis sich ein Portal vor ihnen auftut. Er sah derartige Portale schon, Amtek schuf des Öfteren derartige Wege. Ohne große Furcht trat er hindurch. Wieder ein Wald, unbekannt für Angus, ohne bekannte Anhaltspunkte. Vor einem Gebüsch bleibt der Wanderer stehen, in gebührendem Abstand stoppt auch Angus. Die Frage, ob er sich sicher sei, die Antworten erfahren zu wollen bejahte Angus mit aller Entschiedenheit, die er in dieser Situation aufbringen konnte. Das Wesen schien seine Entscheidung angenommen zu haben. Wieder hob es die Arme, Ranken verschwanden und abermals standen sie vor einem Portal. Es strahlte um einiges heller als das Portal zuvor und auch die Farbe unterschied sich. Sie glich ungefähr der Farbe der weiten Robe, welche die Gestalt trug. Auch jenes Portal passierten sie beide.
Im nächsten Moment…Dunkelheit, allerdings nur für einen kurzen Moment, ein Gang erschien. Gleißendes Licht bildete seine Grenzen. Mit knappen Worten bedeutete der Robenträger Angus, dass er ihm weiterhin folgen solle. Unbewusst wie lange sie gegangen waren, blieb Angus schließlich stehen ein beleuchtetes Podest erschien vor ihnen. Der Wanderer warnte den Krieger. Würde jemand anderes, als die Auserwählten von seinem Erlebten erfahren würde der Tod ihn ereilen. Mit seinem Wanderstab deutete die Gestalt in Richtung der Treppe, die auf die Spitze des Podestes führte. Unbehagen keimte in Angus auf. Wahrhaft unheimlich schien dieser Ort. Jedoch zögerte er nicht lange. Aus irgendeinem Grund vertraute er diesem Wesen und folgte schließlich seinem Deut.
Angekommen auf der Spitze geschah etwas. Der Rückweg, die Treppe, verschwand im Licht. Im nächsten Moment begann das Podest zu beben. Der Boden schien zu schwinden und es schien als könnte er das ganze Land überblicken. Er schien über die Welt zu fliegen. Wie Ewigkeiten kam es ihm vor, bis er wieder Boden unter den Füßen spürte. Wieder ein Wald und keine Spur von jener Gestalt. Hektisch schaute er sich um, ehe leise Worte an sein Ohr drangen. Sein Name…leise konnte man aus dem Wald hören, dass jemand ihn rief. Verzehrt war die Stimme, ungewöhnlich lang gezogen kamen die Worte bei ihm an. Langsam suchte er nach ihrer Herkunft. Es dauerte einige Schritte, bis er einen Baum erreichte. Groß war der Unterschied zu allen Bäumen die Angus bis jetzt gesehen hat. Ein silberner Stamm, gekrönt von blauem Blattwerk. Um seinen Stamm hat sich eine Schlange gewunden. Forschend betrachtet sie den Neuankömmling, ehe sie ihre Stimme erhebt.
Es überraschte Angus nur wenig, dass sie ihn erwartet habe und wieder fragte er nach Antworten. Zu seiner Überraschung bekam er dieses Mal was er sich wünschte. Die Schlange erzählte ihm von einem Geheimbund…unsichtbar für die Außenwelt, wird er „Das Siegel des Wissens“ genannt. Durch seine Entscheidungen habe Angus seinen Weg bestimmt und weitere Aufgaben werden auf ihn warten.
Bestimme deinen Weg Angus Lok
Mit diesen Worten endete das Gespräch. Angus schien das Bewusstsein zu verlieren und als er wieder erwachte fand er sich nahe seinem Haus wieder. Vor ihm verblasste eines jener Portale und verschwand schließlich.
Sein Kopf schmerzte ein wenig, als er sich langsam wieder aufrichtete. Dies war kein Traum, soviel stand fest. Doch was erwartete jenes Wesen nun von ihm. Er konnte nichts tun als warten…warten auf eine neue Nachricht. Das Rätsel um seine wahre Bestimmung würde gelöst werden, dessen war er sich sicher…
Verfasst: 12. Jan 2004, 00:03
von Zaaris Modrak
…leise und ohne aufsehen brachte die Gestalt Angus zurück zu seiner Wohnunterkunft in Gotara. Ein Weg verfolgte jene, denn nicht ohne Grund wählte man Angus aus, welcher Teilhaben durfte an der Wiederkehr jener Gemeinschaft, die noch in den Schatten der Ewigkeiten ruht.
Es schien, als wäre jene Gestalt auf den Pfaden der Vorahnung gewandelt, denn jener junge Hauptmann der Gotara Garde schien bereitwillig, um in seinen eigenen Geiste zu blicken und dorten neue Wege zu entdecken, welche er zuvor noch nie erblickt hatte. So war es geschehen um Angus und er wählte mit jener Vision, welche ihn ereilte einen neuen Weg…denn er hatte sich entschieden.
Ehe Angus begreifen konnte, was dorten geschehen war…würde es noch viel Zeit in Anspruch nehmen, denn noch konnte er sich keinen Reim auf die Sprache in Rätseln deuten, sowie auch nicht auf die Umstände, welche mit ihm passiert waren, passierten und vielleicht noch widerfahren werden. Doch schien es ihm erst einmal wichtig, in sein Heim zu gelangen, denn viel Kraft hatte ihn jener Tag gekostet und er brauchte ruhe um sich erholen zu können. Doch sollte dies sollte noch nicht das Ende jener Geschehnisse um Angus sein, denn in Wirklichkeit war dies erst der Anfang von etwas großem.
So betrat er sein Heim und schürte das Kaminfeuer, um sich an jenem Feuer für heute zur Ruhe zu setzen und über jenen Tag ein wenig in Gedanken zu schwelgen. Für wahr wollte er nur Ruhe finden, doch sollte es anders kommen, als er denn erwartet hatte.
So setzte er sich in seinen alten Sessel, welcher vor dem Kamin postiert war und genoss es den Abend auf diese Weise ausklingen zu lassen, bevor er in sein Schlafgemach treten würde um dorten seinen Schlaf zu finden.
So langsam kehrte die Entspannung in sein Gemüt ein und brachte ihn für den Moment zur Ruhe. Das Kaminfeuer flackerte nur wenige Schritte entfernt von ihm und jenes erfüllte die Luft mit verbrannten Kiefernholzes, welches einen süßlichen Duft ausgoss. Ebenso war ein leichter Luftzug zu Spüren, welcher durch das Gemäuer schlich. So vergingen die Momente und sein Gesichtsausdruck wurde von jenen Momenten einen Nachdenklichen Ausdruck geformt. So kehrten Gedanken zurück, welche Erlebisse er jenen Tages hatte und welchen Sinn sie wohl verfolgen würden. So begab er sich auf eine Reise der Gedanken und der Blick seiner Augen wanderte über das Raunen und Springen der Kaminflammen und verlor sich im unbändigen Tanz jener flackernden Flammen.
Die Umgebung schien ihm nun nicht mehr zu interessieren, denn er hatte sich verinnerlicht und auf eine Gedankliche Reise begeben und so hörte er auch nicht jenes flüsternde Raunen, mit welchen sein Kaminzimmer umgeben war. Sanfte Worte mit manch zischelnden Lauten wurden unentwegt mehrere Male wiederholt. Doch wirkte jene Stimme nicht kühl und bedrohlich, viel mehr wirkte sie friedfertig und einladend. Kräfte schienen am Werk zu sein und jene flüsternden Worte brachten ein Wirkung.
In sich gekehrt und vollkommen Abwesend, schien sein Gesichtsausdruck sagen zu wollen. Seine Augen spiegelten das Raunen der Flammen wieder und auch jene sahen nicht mehr mit alltäglichem Blicke, sondern sahen für das geistige Auge.
Zurückgekehrt war jene Gestalt, welche Angus schon zweimal auf gesucht hatte. Gesprochen wurden erneut verwandte flüsternder Worte von ihr und bewirken werden sie eine weitere Einladung für Angus, den geheimen Wegen weiter zu folgen…
Verfasst: 12. Jan 2004, 00:04
von Angus Lok
Jenes Kaminfeuer flackerte in tänzelnder Manier nicht weit vor ihm. Er wusste, dass seine Augen geschlossen waren, doch konnte er sich nicht damit abfinden zu träumen. Seine Gedanken führten ihn weit entfernt von ruhigem Schlafe, denn sein Bewusstsein war hellwach. Jenes Kaminfeuer bannte ihn und zu genau sah er es, um dies zu verdrängen. Die hellen Flammen züngelten hoch, jedoch erhellten sie die Umgebung nicht, sondern raunten in der nächtlichen Dunkelheit jenes Kaminzimmers in seinem alten Gemäuer.
Doch schien dies nicht das Einzige, was in vollkommener Stille zu hören war. Denn jenes vertraute Flüstern, welches ihm schon oft den Weg wies, erhellte sich immer weiter in der Dunkelheit. Mit entspanntem Gemüte lauschte er ruhig den flüsternden Worten, doch abermals konnte er nicht genau verstehen was sie zu ihm sprachen.
Angus spürte nicht länger den Sessel, hörte nicht länger die Geräusche des alten Gemäuers, denn alles um ihn herum schien in Dunkelheit zu liegen. Es schien als ob sich die Ruhe und Entspannung in ihm ausbreitete und ihm ein wohliges Gefühl bereitete.
Nie zuvor verspürte er solch ein Gefühl, denn niemals waren ohne die direkte Anwesenheit jener merkwürdigen Gestalt die Empfindungen seiner Umgebung so real wie an jenem Abend.
Einst zweifelte Angus schon einmal an seinem Verstand als alles anfing, doch diesmal schien es anders zu sein. Sein Instinkt sprach zu ihm und er vertraute dem was passierte, denn ihm wurde versichert, dass dies alles einen tieferen Sinn hatte. Fest entschlossen jenen Sinn zu erkunden und seinen Weg kennen zu lernen verschwendete er nicht länger Zeit damit zu zweifeln und zu hinterfragen.
Angus spürte, dass die Realität sich merklich weiter von ihm entfernte, obgleich sich das Feuer immer weiter näherte. Es schien nach ihm zu rufen und zu greifen, so als ob es ihm eine Geschichte erzählen wollte.
Es wanderte und wanderte und letzten Endes bildete es einen Kreis um den jungen Hauptmann und tauchte alles um Angus’ Geist herum in das leuchtende und flackernde Rot der Flammen.
Der Hauptmann blickte an sich hinab und er stand mit einem male auf unsichtbaren Boden. Nur schwärze war zu sehen unter ihm, welche ein wenig erhellt würden von dem Raunen der Flammen um ihn herum. Mit verwirrtem Blicke sah sich Angus um und entdeckte nichts was ihm Erklärung geben könnte oder worauf er sein Auge richten könnte.
Und er begriff, dass er sich auf eine Wanderung begab und diese sollte alleine in seinem Geiste beschritten werden. Doch was hatte es mit dem Ganzen auf sich?
Doch hoffte er auf Antwort, welche ihn weiter tragen würde und dies passierte auch im nächsten Augenblick, denn die Geräusche des Flammenfeuers wichen erneut jenem Flüstern. Wie ein Echo lag es in der Luft und es schien aus allen Richtungen auf ihn ein zu wirken. Ihm war, als ob er immer und immer wieder seinen Namen vernahm, gesprochen in jenen rätselhaften und flüsternden Worten. Doch zu leise war das Wispern, um daraus Worte vernehmen zu können.
Die Reise schien begonnen zu haben und neugierig wartete er auf neue Erkenntnis. Doch was hatte man mit ihm vor? Würde es neue Antworten geben?
Verfasst: 12. Jan 2004, 00:04
von Zaaris Modrak
…leise und ohne aufsehen brachte die Gestalt Angus zurück zu seiner Wohnunterkunft in Gotara. Ein Weg verfolgte jene, denn nicht ohne Grund wählte man Angus aus, welcher Teilhaben durfte an der Wiederkehr jener Gemeinschaft, die noch in den Schatten der Ewigkeiten ruht.
Es schien, als wäre jene Gestalt auf den Pfaden der Vorahnung gewandelt, denn jener junge Hauptmann der Gotara Garde schien bereitwillig, um in seinen eigenen Geiste zu blicken und dorten neue Wege zu entdecken, welche er zuvor noch nie erblickt hatte. So war es geschehen um Angus und er wählte mit jener Vision, welche ihn ereilte einen neuen Weg…denn er hatte sich entschieden.
Ehe Angus begreifen konnte, was dorten geschehen war…würde es noch viel Zeit in Anspruch nehmen, denn noch konnte er sich keinen Reim auf die Sprache in Rätseln deuten, sowie auch nicht auf die Umstände, welche mit ihm passiert waren, passierten und vielleicht noch widerfahren werden. Doch schien es ihm erst einmal wichtig, in sein Heim zu gelangen, denn viel Kraft hatte ihn jener Tag gekostet und er brauchte ruhe um sich erholen zu können. Doch sollte dies sollte noch nicht das Ende jener Geschehnisse um Angus sein, denn in Wirklichkeit war dies erst der Anfang von etwas großem.
So betrat er sein Heim und schürte das Kaminfeuer, um sich an jenem Feuer für heute zur Ruhe zu setzen und über jenen Tag ein wenig in Gedanken zu schwelgen. Für wahr wollte er nur Ruhe finden, doch sollte es anders kommen, als er denn erwartet hatte.
So setzte er sich in seinen alten Sessel, welcher vor dem Kamin postiert war und genoss es den Abend auf diese Weise ausklingen zu lassen, bevor er in sein Schlafgemach treten würde um dorten seinen Schlaf zu finden.
So langsam kehrte die Entspannung in sein Gemüt ein und brachte ihn für den Moment zur Ruhe. Das Kaminfeuer flackerte nur wenige Schritte entfernt von ihm und jenes erfüllte die Luft mit verbrannten Kiefernholzes, welches einen süßlichen Duft ausgoss. Ebenso war ein leichter Luftzug zu Spüren, welcher durch das Gemäuer schlich. So vergingen die Momente und sein Gesichtsausdruck wurde von jenen Momenten einen Nachdenklichen Ausdruck geformt. So kehrten Gedanken zurück, welche Erlebisse er jenen Tages hatte und welchen Sinn sie wohl verfolgen würden. So begab er sich auf eine Reise der Gedanken und der Blick seiner Augen wanderte über das Raunen und Springen der Kaminflammen und verlor sich im unbändigen Tanz jener flackernden Flammen.
Die Umgebung schien ihm nun nicht mehr zu interessieren, denn er hatte sich verinnerlicht und auf eine Gedankliche Reise begeben und so hörte er auch nicht jenes flüsternde Raunen, mit welchen sein Kaminzimmer umgeben war. Sanfte Worte mit manch zischelnden Lauten wurden unentwegt mehrere Male wiederholt. Doch wirkte jene Stimme nicht kühl und bedrohlich, viel mehr wirkte sie friedfertig und einladend. Kräfte schienen am Werk zu sein und jene flüsternden Worte brachten ein Wirkung.
In sich gekehrt und vollkommen Abwesend, schien sein Gesichtsausdruck sagen zu wollen. Seine Augen spiegelten das Raunen der Flammen wieder und auch jene sahen nicht mehr mit alltäglichem Blicke, sondern sahen für das geistige Auge.
Zurückgekehrt war jene Gestalt, welche Angus schon zweimal auf gesucht hatte. Gesprochen wurden erneut verwandte flüsternder Worte von ihr und bewirken werden sie eine weitere Einladung für Angus, den geheimen Wegen weiter zu folgen…
Verfasst: 12. Jan 2004, 00:13
von Angus Lok
Sein Atem ging schnell und mit hektischen Kopfbewegungen versuchte er sich wieder in seiner Umgebung zurechtzufinden. Alles war wie er es glaubte verlassen zu haben. Das Feuer war etwas kleiner als zuvor, möglicherweise war er einige Zeit in Gedanken gewesen. Es war ihm unmöglich die genaue Zeit zu bestimmen. Seine Hände waren verschwitzt, aber das war nicht weiter wichtig.
Zuviel war geschehen um seine Gedanken auf solche Nichtigkeiten zu richten. Wieder wurden ihm einige Rätsel aufgegeben, es schien als würde die ganze Angelegenheit von Tag zu Tag verworrener, anstatt endlich klarer zu werden. Wieder trug man ihm auf zu warten, doch würde er dieses Mal mit Antworten belohnt, oder würde ihn seine Geduld abermals zu weiteren Fragen führen?
Die Identität dieser beiden Gestalten herauszufinden würde in sicher weiterführen, vielleicht war auch genau das seine Aufgabe. Seltsamerweise fühlte er sich erschöpft, sein Kopf schmerzte etwas und es war ihm unmöglich sich wieder zu entspannen und seinen Geist ruhen zu lassen. Während er sich die Schläfen massierte dachte er an die Stimmen der Gestalten. Die erste, die er vernahm war ihm seltsam vertraut, dennoch konnte er sie nicht zuordnen, wohingegen die Zweite ihm in keiner Weise bekannt vorkam. Außerdem trugen sie dieselbe Farbe, wie jene hoch gewachsene Gestalt mit der alles anfing.
Langsam erhob er sich. Die Schale mit Wasser, die er am Morgen zum waschen verwendete stand immer noch auf der Kommode. Mit den Händen schöpfte Angus etwas Wasser aus der Schale und wischte sich durch das Gesicht. Er durfte sich nicht so aus der Fassung bringen lassen, dafür hatte er schon zuviel erlebt. Sicher…nichts war vergleichbar zu seiner augenblicklichen Situation, doch schien es, als drohe ihm keine Gefahr, also war diese Beunruhigung, die er seit jenem Tag an der Eule spürte unangebracht. Zumindest redete er sich das in jenem Moment einmal mehr ein.
Abermals war er zum Abwarten verdammt, eine Rolle, welche ihm nicht unbedingt zusagte, zu groß war seine Ungeduld…
Verfasst: 12. Jan 2004, 00:14
von Zaaris Modrak
Wenige Tage strichen durch die Landen und der junge Hauptmann wurde immer ungeduldiger durch das warten auf jene Zeichen. Er war sich nicht sicher auf was er achten sollte.
Würde ihm eine weitere Botschaft ereilen oder gar vielleicht wieder einer dieser Träume.
Doch lange ließ es nicht auf sich warten und so fand er ein Buch eines morgens auf seinem Tisch in jenem alten Turmgemäuer liegen. Neugier und zugleich der schauer machte tat sich in ihm auf und mit nachdenklichen Blicke sah er auf das Buch, welches dorten auf seinem Tische lag. Ebenso in jenem mystisch schimmernden Blau, wie er es bereits von den Gewändern aus dem Traume kannte.
Wenige Augenblicke zögerte Angus noch, ehe er auf das Kleinod zu ging und es aufmachte um zu lesen. Die Seiten sahen leicht vergilbt aus und das Papier wirkte rauh und alt. Die Schrift schien sich leicht in einem verzerrten Bilde darzustellen und es war fast so, als ob sie sich in ihren Lettern eigenständig bewegen würde. Gar als ob jeder Buchstabe tänzeln würde...fast ebenbürdig wie einst das Raunen der Flammen in seinem Traum.
So begann er zu lesen...
Das Geheimnisvolle Raunen...
Jene Nacht, als alles schlief...
Kaum der Wind mit ungewissen,
Seufzern durch die Gassen lief...
Steht der Wackere nun vor Rätseln,
welche es zu finden gilt.
Folge der bekannten Stimme,
welche vertraut und bekannt...
Doch lenk Gedanken ab,
von jenen hüllenden Gestalten...
Welch manch Lügbild sie Lebendig machte.
Such nun nach deinem Wege,
dessen wirst du dir bewußt...
Denn seltsam im Nebel zu wandern,
Einsam ist jeder Busch und Stein...
Denn kein Baum sieht den anderen...
Jeder ist allein!
Wahrlich keiner ist weise,
der nicht das Dunkle kennt...
Das unentrinnbar und leise,
von allem ihn trennt.
So suche nicht die Wahrheit,
denn du wirst sie nicht entdecken.
So sehr du auch stöberst und kramst,
sie kann sich gut verstecken...
Hinter Träumen und Gestalten,
Gesichtern leuchten wie der erste Sonnenschein.
Suche nach der Antwort...
Doch bedenke,
du kannst sie nicht erzwingen...
Du kannst sie nur vermuten,
doch niemals, nie bestimmen!
Zu finden gilt es nun jene mit dem geheimsten Traum,
Erfasse jene in Gedanken über Zeit und Raum...
Rufe der Sehnsucht vernommen.
Trugbilder werden zu lebendigen Gestalten.
Sie werden als Wächter ein Teil meiner selbst verwalten.
Es ruft jemand: "Du musst sie finden...".
Nur weg, an einen unbestimmten Ort.
Er hat keinen Namen und doch kann ich ihn sehen.
Die Rufe werden stärker, ihr wisst nun ihr müsst gehen...
Oh...
Rî shâr âdan-nar Cthulam...
Rî shâr âdan-nar Alagos...
Wrâ shi arwing zâ Exodus!
Hört nun den Wind nach euch rufen...
Bald da wird nun der Tag zur Nacht,
in der dunklen Dämmerstunde
bevor das Mondlicht noch erwacht.
Er flüstert wispernd jene Namen...
Durch die Dunkelheit schwingt seine Stimme,
Klar und doch so traurig fremd,
sag´ mir ist es ein Zeichen,
das diese Stimme niemand kennt?
So suche nun nach bekannter Stimme...
Verfasst: 12. Jan 2004, 00:15
von Angus Lok
Er las jene Zeilen mehr als einmal aufmerksam durch, doch ergaben sie für ihn kaum einen Sinn, besonders die drei kryptischen Zeilen schienen jeden Sinnes zu entbehren. Doch eben dieser letzte Satz schien die Spur zu sein
So suche nun nach bekannter Stimme...
War jene Stimme aus seinem Traum gemeint? Ihm war schon vor dem Lesen des Buches in den Sinn gekommen, wem jene Stimme gehörte. Es war die Stimme des Bürgermeisters Gotaras, kein Zweifel bestand daran. Der Magus Amtek Distras hat in diesem Traum zu ihm gesprochen. Er war auch damals derjenige der als erstes von der Ankunft des Wesens erfuhr.
Es schien als sei Amtek auch dieses Mal sein Ziel, vielleicht würde er ihm die Antworten geben, die ihm diese Gestalt so lange verwehrte.
So erhob sich der Hauptmann der Garde…er würde Amtek das Buch zeigen. Eilig trat er aus dem Haus und ging schnellen Schrittes in Richtung der Residenz des Bürgermeisters. Kurz führte ihn sein Weg in das Bürgerhaus der Stadt. Oft arbeitete Amtek in jenem Gebäude, jedoch nicht so an diesem Tage. An der Treppe zu der Villa aus blauem Stein angekommen, welche Amtek sein Zuhause nannte, verlor er nicht länger Zeit. Schnellen Schrittes rannte er die Stufen hoch und hämmerte gegen die Tür…keine Reaktion, auch Rufe seinerseits brachten keinen Erfolg. Amtek schien nicht in seinem Hause zu sein, doch würde es etwas bringen zu warten? Das Beste würde es wohl sein, zu einem späteren Zeitpunkt zurückzukehren.
Vielleicht wäre es besser sich etwas zu beruhigen, ein Krug Milch in der Eule würde ihn sicher etwas ablenken können, vielleicht würde er Amtek bei seiner Rückkehr antreffen. Immer noch in Gedanken versunken ging er zur „Kupfernen Eule“. Er beachtete die Versuche des Fährmannes ein Gespräch mit ihm, während der Fahrt zu führen kaum und ging nach kaum einem Satz am Steg der Insel von Bord. Ohne einen Blick für seine Umgebung übrig zu haben trat er sogleich zur Theke. Wie immer verlangte er nach einem Krug Milch und erst nachdem er die Bardame entlohnt hatte blickte er sich bei den Tischen des Gasthauses um.
Erst jetzt erblickte er sie…Yasmin Sendrak…die junge Magierin saß, scheinbar abgelenkt an einem der Tische. Angus’ Stimme schien sie zu überraschen als er sie begrüßte. Hoffnung breitete sich in ihm aus, vielleicht würde Yasmin wissen, wo Amtek zu finden ist. Schließlich lebte sie schon seit geraumer Zeit im Haus des Magiers. Aufgeregt fragte er nach Amteks Aufenthaltsort, doch er musste erfahren, dass jener Magus wohl für die nächsten Tage nicht zu sprechen sei. Auf Wanderschaft habe er sich begeben, sprach Yasmin. Auch sie bemerkte die offensichtliche Enttäuschung ihres Bekannten und bot ihre Hilfe an, wie sie es schon oft tat. Die Erinnerung an die Geschehnisse im Wald ließ Angus resignieren. Die Gestalt verbot Angus mit irgendwem, außer den „Auserwählten“ über die Geschehnisse zu reden. Schreckliche Konsequenzen würden ihn erwarten…so waren die Worte. Es sprachen keine Anzeichen dafür, dass Yasmin eine jener besonderen Personen war. Sie war damals im Auelfendorf, jedoch wurde nie deutlich ob er ihr diese Dinge erzählen sollte oder Delaya. Darüber war er sich bis heute nicht im Klaren.
Seine Unsicherheit war ihm deutlich anzusehen und er äußerte seine Bedenken. Sicherlich war Yasmin mehr als vertrauenswürdig, schon oft hatte sie ihm gute Ratschläge gegeben, allerdings wuchsen in ihm die Sorgen, dass nicht nur ihm etwas passieren würde, wenn er ihr von der Geschichte erzählt, viel beunruhigender empfand er, dass auch sie in Gefahr geraten könnte. Er erzählte ihr, um welche Macht es nach ihrem Gespräch im Dorfe der Elfen abermals ging. Wieder und wieder versicherte sie ihre Hilfe, egal welche Risiken sie eingehen müsste.
Er musste es genauer wissen, war diese Nachricht damals für sie bestimmt? Vehement negierte sie etwas über das Wesen zu wissen, doch auch Amtek enthielt ihm damals Informationen. Entschieden fragte er nochmals nach…sie zögerte, ihre Reaktionen sprachen Bände. Es wäre wohl sinnlos weiterhin zu versuchen Genaueres herauszufinden. Sie war Amtek in diesen Dingen wohl ähnlich. Allerdings würde ihr Wissen bedeuten, dass ihr diese Macht nicht unbekannt ist. War sie eine der Auserwählten, von denen das Wesen sprach? Wenn dem so war, könnte er ihr alles sagen.
Er erzählte von seinen Erlebnissen im Wald, all die Dinge, die die Gestalt ihm anvertraute, er sprach über das Siegel des Wissens und wie endgültig er seinen Weg bestimmt zu haben schien. Das Interesse in Yasmins Augen wurde immer größer, der Name des Geheimbundes ließ sie geradezu schaudern. Gespannt beobachtete Angus ihre Reaktionen, ehe er von der Vision erzählte, von den Stimmen, die er hörte und wie ihn die eine Stimme an die Amteks erinnerte. Nun war sein Zögern zu erkennen. Die Sprache würde nun auf das Buch fallen, welches er vor einigen Stunden auf seinem Tisch fand, doch hatte er nicht schon zuviel erzählt? Unsicher holte er das Buch aus der Ledertasche an seinem Gürtel. Der edle blaue Ledereinband wäre wohl zu auffällig gewesen, als dass er es einfach so auf dem Tisch ausbreiten hätte können. Sicher wäre es besser, wenn er es ihr an einem weniger belebten Ort zeigen würde. Er schlug den Wald in der Nähe des Gasthauses vor. Selten verschlug es jemanden dorthin. Seit die Fähren regelmäßiger fuhren benutzten die wenigsten noch den Tunnel der von Minoc aus in den Wald führte.
Er ging vor und blickte sich sorgfältig um, ehe er an einer kleinen Lichtung zum Stillstand kam. Yasmin war ihm gefolgt und warf ebenfalls einige prüfende Blicke in die Umgebung. Nun hielt der Hauptmann das Buch vor sich und öffnete es schließlich. Nach wie vor konnte man eine gewisse Dynamik in den Lettern erkennen, welche das Buch hervorbrachte. Tief atmete er ein, ehe der langsam die Zeilen wiedergab. Yasmin war an seine Seite getreten und blickt in das Buch, während er las. Schwer fiel es ihm jene drei Sätze in fremder Sprache zu lesen. Abermals wirkte Yasmin unruhig, er konnte es an ihrem Atem hören, doch wieder ließ sie sich nichts dergleichen anmerken, als er seinen Vortrag abschloss. Auch die junge Magierin konnte ihm keine Antworten auf die Fragen geben, die der Text aufwarf. Dennoch gelobte sie das Buch sofort Amtek zu bringen, sobald er wieder eintreffen würde. Mit leichtem Widerwillen übergab er ihr den Folianten.
Dann geschah es…der Schrei eines Vogels durchbrach die Ruhe in jenem Walde. Dunkelheit hatte sich bereits über das Land gelegt, es war Abend geworden. Aufgeschreckt sahen sich beide um. Auf einem der umliegenden Bäume hörte man ein Rascheln und nach genaurem Hinsehen erblickte Angus ein paar, winziger roter Augen. Im selben Moment war das wohlbekannte Flüstern der Gestalt zu hören. Er war hier, die ganze Zeit schon, so nahm Angus es an. Wollte es Angus dafür zur Rechenschaft ziehen, dass er Yasmin alles erzählt hat? Nichts dergleichen geschah. Yasmin schien sogar an Angus’ Befürchtungen zu zweifeln und versuchte ihm einzureden, dass dies alles mit dem Stress zusammenhinge, dem der Gardist in der letzten Zeit ausgesetzt war. Doch was dann geschah, vermochte selbst sie nicht als Einbildung abzutun. In blauem Lichte verschwand die Silhouette der großen Gestalt. Es war nur undeutlich durch die Bäume zu erkennen, doch auch Yasmin hatte es bemerkt.
Das Licht erlosch, es war an der Zeit zu gehen. Angus hatte richtig gehandelt. Zumindest schien das Wesen ihn dafür nicht bestrafen zu wollen. Vielleicht war Yasmin doch eine größere Hilfe als zuerst angenommen und wenn Amtek wiederkommen würde, würden sich sicher auch die letzten Geheimnisse lüften. Gemeinsam kehrten sie nach Gotara zurück. Nach ihrer Verabschiedung ging der Hauptmann langsam in sein Haus. Sollte dies tatsächlich ein Gefühl der Ruhe in ihm sein? Lange war es her, dass er sich erleichtert fühlte, doch jener Abend gab ihm die Hoffnung, wenigstens eines seiner Probleme bald gelöst zu haben.
Mit jenen Gedanken sank er in seinen Schlaf…