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NEUE Charstory von Gerald Remiba van Bonheur

Verfasst: 10. Aug 2005, 14:26
von Onkel Geri
(So, da die DL nun nicht gegründet wird, habe ich die Story auch dementsprechend auf Ashkantra umgeschrieben. Viel Spaß :) )

Vor langer Zeit, genaugenommen 63 Jahre zuvor, erblickte in einem kleinen Dorf in den Bergen, dass sich Lunux nannte, ein kleiner Fratz das Licht der Welt.
Mit Sieben Jahren sagte er andauernd dass er später einmal ein großer Ritter werden will.
Acht Jahre später stand er in einem kleinen Stollen neben seinem Vater und den meisten anderen Männlichen Bewohnern von Lunux und schürfte der Tradition der Familie nach Erzen im Gestein.
Im Dorf rief man ihn meistens Geri oder Remi. Er war ein fröhlicher und lustiger junger Mann und war mit seinem Leben zufrieden und glücklich.
Zwar konnte er weder schreiben, noch konnte er lesen, aber das störte ihn nicht, er liebte seine Arbeit und übertraf in seiner Schmiedekunst kurze Zeit später sogar seinen Vater.
Es ereignete sich im Alter von 25, als Gerald Remiba schreckliches Unheil widerfuhr. Schwer schuftend, schürfte er nach Erzen, tief am Ende eines neuen Stollens, als er auf eine Goldader stieß. Vom Glanz und blühenden Reichtum beflügelt, schürfte er die ganze Nacht hindurch, wie besessen.
Als er gegen Morgen den Stollen, eine Lore Gold hinter sich ziehend, verließ, ahnte er noch nicht welches Leid ihn erwarten sollte. Noch weniger aber dass ihn die Götter anscheinend gesegnet haben mussten.
Sein Dorf, Lunux, seine Heimat, lag in Schutt und Asche. Nur noch brennende Ruinen der Holzhütten waren zurück geblieben.
Keine Leichen, und auch sonst nichts was noch zu gebrauchen war.
Gerald hat nie erfahren was seinem Dorf zugestoßen ist, aber er hat an diesem Tag einen Entschluss gefasst.
Hier würde er nicht länger verweilen, er packte sich soviel Gold ein wie er nur tragen konnte und machte sich auf den Weg.
Es sollte eine lange Reise werden.
Mehr als 2 Jahre später, durch Bergpässe und tiefe Wälder, an so mancher Gefahr vorbei, erreichte er eine größere Siedlung, in der er sich niederließ.
Sein Gold sollte für die nächsten 19 Jahre reichen. Mühsam lernte er lesen und schreiben, ließ sich- soweit es ging, in der Kunst des Schwertkampfes unterrichten.
Mit 32 traf in unverhofft die Liebe. Nach einem bisher entweder anstrengenden oder vergleichsweise langweiligem Leben, heiratete er mit 35 die Tochter des Stadtherren, Lytizia van Bonheur.
Gerald erlebte das Glück der Liebe und das Glück leben zu schaffen. Seine beiden Söhne nannte er Araphin und Dontan.
Als der Vater seiner Frau starb, übernahm Gerald die Geschicke der kleinen Stadt und lernte den Umgang mit Aritokaten und anderen seltsamen Menschen die weniger waren als sie zu scheinen versuchten.
Eigentlich, aber auch nur eigentlich, hätte sein Leben so glücklich weitergehen können bis zu seinem Tod.
Aber das Schicksal war Gerald wiedereinmal Hold und Ungünstig zugleich.
Hatte er die schrecklichen Erlebnisse in Lunux bereits vergessen, holten sie ihn dennoch wieder ein.
Sein Dorf wurde einst von einer umherr ziehenden Räuberbande geplündert und gebranntschatzt. Dasselbe Schicksal wurde seiner neuen Heimat zugefügt. In Nacht und Nebel flogen tausende von brennenden Pfeilen auf die Stadt hernieder und die Räuber begannen ihren Angriff.
Nach einer Nacht und einem Halben Tag erbittertem Kampf um das Überleben, gewannen trotz allem die Stadtbewohner und jagten die Räuber zurück in die Wälder.
Gerald stand erneut auf den Trümmern seiner Existenz.
Oder besser gesagt, er lag. Schwer verwundet, mit einem halb aufgeschlagenen Hinterkopf und ohne Zähne lag er irgendwo vor seinem Haus zwischen Stadtwachen und Räubern die nicht weniger Lebendig aussahen.
Als Gerald einige Wochen später wieder erwachte, fühlte er sich schlecht, nicht nur körperlich sondern auch im Geiste. Er ahnte, dass irgendetwas geschehen sein musste. Damit meinte er nicht die große Narbe die quer über seine Brust verlief, oder die schmerzende Wunde an seinem Hinterkopf an die ein Medicus ihm eine stählerne Platte angebracht hatte, nein nichteinmal die scharfen einfügten Zähne aus einem ihm unbekannten Material die ihn erstens an kleine Zähne von Drachen erinnerten und zweitens schmerzend seine Zunge aufratschten als er mit dieser über seine neuen Zähne fuhr.
Irgendetwas war anders geworden, er fühlte sich ... einsam.
Der Dorfälteste war aufgetragen ihm die fürchterliche Botschaft zu überbringen, weder seine Frau noch seine beiden Söhne hatten den Angriff erlebt.
Die nächsten 2 Jahre verweilte Gerald noch in der Stadt, sah wie sie wieder aufgebaut wurde und allmälich gedieh, fühlte sich aber leer.
Kurzerhand bestimmte er einen neuen Stadthalter und machte sich mit einigen wenigen Habseeligkeiten auf den Weg, zurück in die Berge wo er den Rest seiner Tage verbringen wollte.

Gerald erwachte langsam. Er befand sich in einer Höhle und wusste nicht wie er dort hingelangt war.
Mühsam stand er auf und vertrat sich etwas die Beine, als ihm ein Mann entgegen kam, in einer grauen Kutte und einem Bart der ihm fast bis zu den Füßen reichte.
Er stellte sich als Morn vor und sagte Gerald, er befände sich in DER Höhle. Nicht irgendeiner Höhle, sondern DER!
Morn erzählte ihm, er hätte Gerald am Fuße des Passes zu seiner Höhle gefunden als er gerade auf der Suche nach Pilzen gewesen wäre. Er nahm ihn mit, ermahnte Gerald dabei er wäre zu fett, und pflegte ihn eine Weile.
Morn lebte hier schon seit bald 80 Jahren und hatte sich zur Aufgabe gemacht eine riesige Bibliothek zu erschaffen um das Wissen zu schützen. Ferner wollte er dann am Ende seiner Tage die Gelegenheit bekommen, ins Große Buch vom Sinn des Lebens in der Bibliothek von Halathar Gletscherflamme einen Blick zu werfen und damit ruhig in die nächste Welt zu gleiten.
Gerald freundete sich mit dem alten Kauz an, verbrachte erst einige Wochen in der Höhle, später wurden daraus Jahre. Mit Fleiss und Interesse half er Morn dabei die Bibliothek zu hüten und Abschriften anzufertigen.
Doch eines Morgens, oder welche Tageszeit draußen auch immer herrschte, war Morn nicht zu finden.
Nach langer Suche entdeckte Gerald ihn, mit einem Lächeln, in einem kleinen Hocker zwischen den Regalen. In seinen Händen schien er ein Buch gehalten zu haben, doch es war nicht mehr da. Dafür roch es nach Schwefel, wie man es nur, so hatte Gerald gehört, in Drachenhöhlen riechen könnte.
Morn war dahin geschieden und würde nicht mehr wiederkehren.
Gerald fasste sich ein Herz und vorallem den Gedanken selbst dieses Buch über den Sinn des Lebens zu lesen, und arbeite einen Plan aus.

Zwei Tage später, trat Gerald seit einer ewig langen Zeit aus der Höhle hinaus und wurde vom Sonnenlicht geblendet.
Seine Haut war mittlerweile etwas blass geworden und ein kleines Bäuchlein zierte seinen einst flachen Bauch.
Sein Haar war mittlerweile Weiß und nur noch sehr spärlich vorhanden. Gerald fuhr sich durch seinen Bart und machte sich auf den Weg in die nächste Große Stadt, irgendwo der Nase lang.
Wenn er zurückkehren würde, sollte am Hang des Berges und Beginn des Passes zur Höhle eine Burg gebaut werden. Eine Art Kloster für die Wissbegierigen und Suchenden.
Mühsam begann Gerald den Absteig hinunter, seiner Zukunft noch ungewiss.